Donnerstag, 8. Oktober 2026

4644 Steine

 



14:28.  Auf meiner Wanderung nach Hause habe ich auf den rückseitigen Mumok-Stiegen die Pflastersteine und steinernen Bodenplatten bewundert, weil das Gestein so schöne Farben hat, bis zu rosa und blau.

Nach dem Queren des Burgringes bei der Bellaria mußte ich über den viel befahrenen Ring-Radweg, und ein daher brausender Radfahrer, den ich beim Betreten des Radweges wegen des touristischen Getümmels hier gar nicht sehen konnte, klingelt mich aggressiv an und macht keine Anstalten, zu bremsen oder langsamer zu fahren. Da schreie ich ihm zornig nach: „Irgendwie muß ich da auch drüber kommen, du Trottel!“

Beim Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz am Ballhausplatz nehme ich Tasche, Kappe ab und ziehe das Sakko aus und lege alles auf die Stufen des Denkmals – ich habe auf die Schnelle keine andere Fläche gefunden – um dann meinen Pullover auszuziehen, weil mir heiß geworden ist. Dann ziehe ich das Sakko an, hänge mir die Notizbuch-Tasche um und den Pullover über deren Riemen, setze mir die Kappe auf und gehe weiter.

Jetzt sitze ich außen an der Apsis der Minoritenkirche, ein schönes Plätzchen mitten in der Stadt, aber zurzeit umgeben von Baustellen und Baulärm, der Bereich vor der Sitzbank ist mit unzähligen Zigarettenstummeln übersät, aber bei angenehmem Wind im angenehmen Schatten vor Olivenbaum-ähnlichen Bäumen (Elaeagnus angustifolia; Ölweiden; Baumkataster Wien). Sehr schöner Baumstamm! Gewunden und gedreht, mit markanter Rinde, mit Schrunden und tollen Knorpeln am Stamm; eine Augenweide!

Ich werde weiter gehen und beim W&K nach Weilers Ausschau halten. Dann die schönen frühneuzeitlichen Häuser am Gestade anschauen. Das ist mein Plan. Ah! Das habe ich vergessen: bei einer Bücherstelle in der Siebensterngasse habe ich mir einen Michel Quoist mitgenommen; die frühen Jahre lassen grüßen.

Wirklich Am Gestade dann drehe ich mich nach diesen Häusern um und sehe gerade einen Mann aus dem Polnischen Institut kommen. Da fällt mir ein: auf Facebook wird eine Ausstellung hier beworben, die ich als möglicherweise interessant abgespeichert habe, so gehe ich auf die einladend offene Eingangstür zu, um zum ersten Mal in meinem Leben das Polnische Institut zu betreten, aber dann wird sie von innen zugemacht – zugemacht, nicht abgesperrt, soweit ich sehe – aber das reicht, dass ich mich nicht mehr hineingehen traue.


(8.10.2026)


©Peter Alois Rumpf    Oktober 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

4643 Leg endlich den Griffel weg!

 



11:22 a.m.  Ich bin heute gegen meine Gewohnheit zu Fuß zum Espresso Burggasse gegangen und als ich bei der Hofburg vorbeigewandert bin, habe ich an unseren Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen gedacht und genau da schlägt die Turmglocke der Hofburg elf Uhr und ich danke unserem Bundespräsidenten, dass er mich so so freundlich gegrüßt hat. Übrigens ein sehr schönes Geläute; wirklich schöner Klang! Und der Lichtengel im Espresso Burggasse strahlt auch über das ganze Gesicht, wenn er eines hätte. Und die Pflanze vor ihm verdeckt schon seine Füße. Und so schöne Musik, so schön traurig singt die Dame, zumindest ein gebrochenes Herz, gleich muß ich weinen.

Geweint habe ich nicht, aber ein unglaublich prächtiges, fettes, üppiges, gut gefülltes, grünzeugüberwuchertes, köstliches Brioche verzehrt. Ich komme mir vor wie Gott in Frankreich, wie der Kaiser in der Pfalz, Balz oder Ischl, wie der König in - was weiß ich! - Schottland. Das Wetter ist kühler geworden (stimmt nicht – später wurde es fast heiß – der innere Korrektor), aber nicht kalt, regnerisch ohne dass es schüttet – ich bin trockenen Fußes hierher gekommen (gut, aber barfuß bist du nicht gegangen – der innere Korrektor). Ich stoppe meinen Schreibzwang ab und widme mich wieder dem Zeitungslesen (ganz gelingt dir das noch nicht, mußt erst sagen, wie alt du bist … und warum schreibst du nicht Zeitungslektüüüre, das klingt doch viel edler? - der innere Spötter – leg endlich den Griffel weg!).


12:53.  Die Musik ist immer noch melancholisch und sehr schön. Auch wenn ein Mann singt (Oida! Dein Blödstellen ist wirklich peinlich! - der innere Spötter). Die Wirtschaftsschlagzeile in der Zeitung lautet: Der Winter wird teuer und das macht mir wirklich Angst, gerade weil diese Prognose richtig sein wird. (So ein schönes Lied jetzt!) Ich habe wirklich Angst vor dem endgültigen sozialen Abstieg, sozusagen vor der letzten oder vorletzten Stufe. Schließlich habe ich jahrelang in meistens unbeheizten Bruchbuden gelebt. Das will ich nicht mehr erleben, dafür bin ich zu alt, das würde meine Gesundheit nicht aushalten, von Obdachlosigkeit erst gar nicht zu reden. Vielleicht gebe ich deswegen jetzt so leichtfertig Geld aus (zwei Cappuccini, ein Brioche), weil ich befürchte, dass später nichts mehr gehen wird und Sparen nichts rettet.

Eine Augustinverkäuferin arbeitet mit allen Tricks - obwohl ich nicht hinschaue, als sie mich anspricht, den Augenkontrakt vermeide und „Nein!“ sage, legt sie mir den Augustin auf den Tisch, als würde sie ihn mir – sie spricht mich dabei als „Papa“ an – schenken wollen und checkt natürlich richtig ab, dass ich die Zeitung nicht geschenkt annehmen werde. Ich lache und sage ihr „Sie arbeiten mit allen Tricks! Und es funktioniert ja!“ und zahle die Zeitung und gebe ihr Trinkgeld. Ich bin mir wegen meiner Schwäche nicht böse, auch, wenn das als „gute Tat“ nicht durchgeht; ihr sowieso nicht – sie macht ihren Job und an meiner Nachgiebigkeit ist nicht sie schuld. Wir wünschen uns noch gegenseitig noch alles Gute.

„Wie soll ich beweisen, dass ich etwas nicht getan habe?“ frage ich in die innerliche, undeutliche Runde, weil mich beim Lesen gerade so eine Art Tagtraum-Phantasie ereilt (war die wirklich so schnell unterwegs? - der innere Spötter) und ein wenig überschwemmt hat. Der gemachte Mann am Nebennebentisch – der ist real – ruft laut, scharf und deutlich „Zahlen!“ und zahlt € 13,20. Dabei hat er einen leeren Teller und ein leeres Glas am Tisch. Bei mir am Tisch ist Cappuccino zwei ausgetrunken und es erhebt sich die Frage (wird vom Lektor gestrichen!), ob ich noch einen trinken soll, darf, muß, will, oder heimgehen. Gehen wir zuerst pinkeln und entscheiden dann; es könnte ja sein, dass die gewisse Unruhe vom Harndrang kommt. Ein wenig warte ich noch, weil soeben ein Mann nach hinten gegangen ist, wo ich annehme, er hat das Klo aufgesucht. Und am Klo bin ich lieber allein.

Beim Pissen hatte ich einen Plan ausgeheckt, aber jetzt am Tisch schon wieder völlig vergessen. Ich nehme einen Schluck Wasser und warte, ob der mir noch einfällt. Ich weiß es ja nicht, weil ich die englischen Texte der Songs nicht verstehe, aber handeln nicht alle diese Lieder von vergeblicher, verlorener Liebe? Ist das unsere Grunderfahrung, dass unsere Liebe nicht angenommen wird? Ich denke dabei vorallem an die der Kinder zu ihren Eltern. Oder geht es – was auch gut möglich ist – eigentlich ums verlorene Paradies, das ganz anders ausgeschaut hat als unsere gestrigen und heutigen Vorstellungen, dessen Verlust jedoch im Bewußtsein der Menschheit tief und fest eingetragen ist?

Ein ganz langsamer, schwerstmütiger, auf eine mir angenehme Weise artifizieller und wunderschöner Blues sagt mir, dass ich gehen soll. Den höre ich noch zu Ende.


(8.10.2026)


©Peter Alois Rumpf    Oktober 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

4642 Soll ich?

 



0:10 a.m.  Soll ich schreiben? Soll ich? Soll ich wirklich? Ich schreibe! Eine einzige Staubflanke – relativ groß – segelt von oben knapp hinter der Leselampe vorbei auf meine Bettdecke. Ich entdecke, dass mein Kratzelbild völlig anders wird, je nachdem, ob ich meinen Kopf nach rechts oder nach links neige. Nach rechts geneigt gefällt es mir im Moment besser, da wirken die Striche, die die Zeichnung durchkreuzen, wie ein rotes Aderngeflecht. Manchmal fürchte ich, dass mich bald meine ganze Kraft verläßt. Ich meine die Lebenskraft.


9:53 a.m.  Ich sehe eine kleine rote Zeichnung, aber mit geschlossenen Augen. Sie ist zart mit Farbstiften gezeichnet, ungegenständlich, sehr fein. Dann ändert sie sich ein wenig. Dann erscheint überhaupt eine neue, mit festeren Strichen und einem stark violetten Zentrum. Die verändert sich rasch, pulsiert fast, aber immer noch eine Farbstiftzeichnung.

Dann geht es schnell. Eine nach der anderen. Zu schnell, als dass ich sie alle aufnehmen und erinnern kann.


(8.10.2026)


©Peter Alois Rumpf    Oktober 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

4641 Die Nachmittagssonne

 



15:05.  Die Musik aus den Boxen ist schwermütig, und ich bin schwermütig. Lass mi amoi no d’Sunn aufgeh’ segn zitiert die Zeitung in einem Artikel über Danzer sein Lied. Ich lese das und spüre Tränen aufsteigen. Nur kurz, gleich vorbei, sie haben es nicht nach draußen geschafft. Ich meine, ich könnte jeden Tag in der Früh aufstehen, hinausgehen und wenn die Wetterlage passt, die Sonne aufgehen sehen. Wenn’s Wetter nicht passt, dann immer noch, wie es heller wird. Oder überhaupt aufbleiben, bis es so weit ist. Also? Oder geht es um die Lebenssonne? Ja gut, die meine sinkt. Die ist schon tief gesunken. Und mein Lebensgefühl ist, sie war noch gar nicht richtig oben.

Jetzt verstehe ich meine Berührtheit – obwohl ich das Lied nicht kenne - ein wenig: ich hätte mich in meinem Leben auch gerne als aufsteigend erlebt (Freundchen! Was meinst du?! Könne das mit Selbstmitleid zu tun haben? - der innere Spötter). Ja, schon. Trotzdem würde ich gerne meine Sonne und mein Leben aufgehen sehen; wenigstens einmal.

Die Nachmittagssonne jetzt ist auch schön. Sie verschönert sogar hässliche Gebäude und arbeitet die menschlichen Gestalten draußen am Trottoir so gut und graphisch interessant heraus.


(7.10.2026)


©Peter Alois Rumpf    Oktober 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

4640 Bisher

 



0:46 a.m.  Ich blicke vom Bett aus auf mein Kratzelbild und sehe es zum ersten Mal als die Darstellung eines offen gelegten Gehirns mit roten Adern. Schaut nicht gesund aus; einiges stimmt nicht. Vielleicht ist es auch ein anderes Organ, was kenn ich mich denn aus!? Ich kann den Blick von der Zeichnung nicht abwenden (du hast es doch gar nicht probiert – der innere Spötter), und sie scheint sich auch ein wenig zu verändern. Interessant! Da hat man schon lange eine Zeichnung im Zimmer hängen, hat sie monatelang nicht richtig angeschaut und sieht sie plötzlich so, wie man sie noch nie gesehen hat. Bisher habe ich nämlich in den runden Strich- und Farbknäuel hineingesehen und ihn als Tunnel aufgefaßt. Jetzt wölbt sich das Ganze heraus und zeigt sich mir als annähernd kugelförmige Gestalt.


(7.10.2026)


©Peter Alois Rumpf    Oktober 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

Dienstag, 6. Oktober 2026

4639 Station Katscheli

 



15:25.  Station Katscheli. Ich sitze ausnahmsweise draußen am Gehsteig. Ich, draußen am Gehsteig! Bei den Aschenbechern! Keine Ahnung, was mich da geritten hat (naja, er ist durstig und ihm tun heute vom Wandern die Beine weh; vielmehr als sonst. Und nach den düsteren Räumen sehnt er sich nach Licht – der innere Spötter). Und - auch ausnahmsweise – nehme ich das Glas mit dem Saft mit der linken Hand. Dabei wurde ich von früh auf noch radikal vom Linkshänder auf rechts dressiert. So empfinde ich das, was von meinen Impulsen her mein natürliches Vorgehen wäre, als komisch, ungewohnt und falsch (daran kann man sehen, wie tief hinein fremde Installationen eingebaut werden können, so dass man beim Versuch, auf die eigenen Empfindungen zu hören und im eigenen Kern die eigenen Impulse zu finden, doch bloß auf diesen hochwirksamen Fremdkörper stößt, der einem Falsches vorsagt und nicht weiter zum Kern läßt). Aber ich kann es. Ich kann mit der linken Hand aus dem Apfel-Karotten-Leitungswasser-Glas trinken. Meine linke Hand wurde nicht völlig abgewürgt und hat nicht alles verlernt. Blöd ist, dass jetzt ein Raucher zum Rauchen herauskommt. Wie ich mich hingesetzt habe, war es heraußen leer.
Leer ist es jetzt wieder, aber der hektische Raucher hat seinen Tschick nicht richtig abgetötet und so raucht und stinkt es aus dem Aschenbecher. Ist meine Kaffeesucht auch so eine Belästigung der anderen? Ich denke nicht, oder? Mein gesteigerter Kommunikationsdrang und die hochgefahrene Redseligkeit? (Und vergiss nicht die gesteigerte und hochgefahrene Schreibwut! - der innere Spötter). (Der zukünftige Tipper schließt sich dem vorbehaltlos an! - der zukünftige Tipper.) (Außerdem will er dabei noch witzig sein! - der innere Spötter.)

Oh Gott!


(6.10.2026)


©Peter Alois Rumpf    Oktober 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

4638 Im KHM

 



13:18.  Diese Schinken im Kunsthistorischen Museum schüchtern mich ein. Ich kann nichts sehen. Ich bin einfach nicht entspannt. Dazu ist festzuhalten: auch wie ich mich als bildender Künstler gesehen habe (zu sehen versucht habe … - der innere Spötter), war mir klar, dass ich nicht in der Tradition der großen Meister stehe, sondern eher in der halblustiger Votivbildchenmaler, meinetwegen ländlich, ungebildet und subaltern, die in ihrer kleinen Welt vor sich hin oder nur nach Auftrag herumwursteln. Wenn ich auch dafür kein reines Herz hatte; also auch als solcher auf Abwege geraten bin. Nun aber starre ich auf die Gemälde hier, versuche die Farbflächen aufzunehmen zum Beispiel, oder die gemalten Lichtflecken, aber ich erkenne nichts. Nichts geht mir auf. Sozusagen schulterzuckend sitze ich auf der bequemen, gepolsterten Bank und langweile mich. Wie kann man nur so vernagelt sein?

Und wenn auf diesen Schinken Kinder/Putti/Engelchen dargestellt werden, steigen mir sowieso die Grausbirnen auf und ich werde allergisch. Gut, dieser rote Gewandwurf dort oben – das Deckenlicht spiegelt sich im Bild und macht den Ölschinken fast unbetrachtbar – aber dieser rote Gewandwurf mit seinen bläulichen Schatten zwischen den Falten gefällt mir als malerisch abstrakte Fläche (was nicht viel heißt – der innere Spötter). Oder die braune Decke mit roter Stickerei da im Vordergrund. Nur als durch Spiegelungen entfremdetes und aufgelöstes Bild kann ich es anschauen. Was stimmt nicht mit mir? Warum diese blockierende Aufregung? Beim Klassenverrat ertappt? Oder hat das damit zu tun, dass ich Personen kaum und schon gar nicht mit Namen - als das, als was sie sich definieren oder mehr noch definiert werden – ihre Erzählungen sozusagen - ansprechen kann? Ertrage ich das als Nicht-Initiierter (ohne Namen) nicht oder nehme ich ihnen ihre Story nicht ab? So in dem Sinn, dass hinter dem Definierten, Begrenzten, Bestimmbaren etwas Abstraktes, Undefinierbares sein muß? Oder bin ich einfach ungebildet und blöd? (das eine schließt das andere nicht aus – der innere Spötter). Freilich ist der Busen der den kleinen Jesus stillenden Maria mit Gretlfrisur – interessanterweise sind alle, auch der erschöpft schlafende Josef (Flucht nach Ägypten) ohne Heiligenschein! - sehr schön, und dem Faltenwurf des oben verschnürten Reisesacks kann ich auch – schon wieder abstrahierend – etwas abgewinnen, aber dann bleibe ich stecken. Und ich finde es unfair, dass auch die büßende Maria Magdalena (Miriam aus Migdal) immer zumindest halbnackt gezeigt wird.

Bei den Prinzessinnenkleidern des Velázquez wird mir etwas leichter – was ich auch nicht recht verstehe, denn die wirken schon manieriert – vielleicht jedoch nur wegen der Wiedererkennung (vgl. die Inuitgeschichte vom See in Grönland) und der breiten Farbflächen. Leider gibt es im Velázquezsaal keine Sitzgelegenheiten, sodass ich das länger erforschen könnte (erforschen! Oida! Du schleimst bloß ahnungslos und ungebildet herum wie der letzte Prolet – der innere Spötter).

Offensichtlich wandere ich durch die Säle in der Zeit zurück und das interessiert mich immer weniger. Was mir aufgefallen ist: nur einmal habe ich bei einem Bild auf die Hände geschaut; dabei könnten die Hände viel aussagen. Ich lasse mich von den Gesichtern blenden (und einschüchtern? - der innere Spötter).

Ich wandere also in der Zeit zurück, aber auch da gibt es interessante Faltenwürfe (und Busen – so gib es doch zu! - der innere Spötter). Mir wird das alles hier zu viel. Ich werde bald flüchten.

Ich gehe noch zu den Bruegels, die ich immer schon gern besucht habe, aber heute bin ich verunsichert und der Saal ist so voll und die Sitzplätze besetzt. Mir tun schon die Beine weh. Ich gehe notgedrungen in den Nebensälen umher, aber kann nichts mehr aufnehmen. Als ich dann im Bruegelsaal doch eine frei Bank finde, setze ich mich erschöpft hin. Kann man es so sagen: schwache Subjektivität erträgt kaum die stärkere der anderen und ich will sie für meine Subjektivität ausnützen? Egal, ob es um Menschen oder Bilder geht?

Ich sitze ja so ungefähr vor Bruegels Rückkehr der Herde, habe Brille und Schreibzeug weggetan und betrachte gedankenverloren länger den Fluß, der sich durch das Tal unten windet (vielleicht windet er sich, weil er nicht für deine Subjektivität benutzt werden will? - der innere Spötter).

Schluß! Aus! Ich gehe.
 

(6.10.2026)


©Peter Alois Rumpf    Oktober 2026    peteraloisrumpf@gmail.com