4489 Vorspiel
10:24 a.m. Habe gerade im Standard (Eric Freys Kolumne) gelesen: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“. Ich jedoch sitze wieder im Espresso Burggasse, habe die REMbox am Tisch liegen, habe außer den Standard die Kleine Zeitung, Ausgabe Ennstal inklusive Todesanzeigen Bezirk Liezen gelesen und hoffe tatsächlich, dass mir heute ein genialer Text gelingen wird. Ich hoffe; glauben ist wieder etwas anderes und gelingen erst recht. Aber ich bin mit meiner Durchschnittsproduktion durchaus zufrieden, meistens. (Gute Musik aus den Boxen.) Noch zögere ich, die REMbox aufzuschlagen, wie es meine Gewohnheit ist (übrigens: im Lotto habe ich nichts gewonnen). Ich lasse mich von den Spiegelungen in der offenen Glastüre ein wenig verwirren; ein Kontrapunkt mitten in der stabileren Realität. Langsam läßt die Highness nach; ich meine die Euphorie seit der REMbox-Präsentation am Mittwoch; ich hoffe, ich habe die Quintessenz irgendwo gut abgespeichert; an einem Ort, der mir leidlich zugänglich ist. Jetzt kommt hier am Tisch die REMbox dran! Und die ist ein großartiges Buch. Man stößt auf die unterschiedlichsten Texte und sie sind alle toll und voller Weisheit. Ich als Theologe würde sogar sagen: inspiriert. Aber auf eine demütigere, bescheidene, ein wenig getarnte Art, wenn auch die Oberfläche frech und arrogant auftreten kann und damit das Tiefere schützt. Mich jedenfalls haut es immer wieder um, wenn ich beim Herumblättern auf die interessanten Sätze stoße (gut, dazu gehört nicht viel, dass es dich umhaut – der innere Spötter). Nebenbei gesagt: das „Hashbrown“ auf der Speisekarte habe ich mich noch nicht zu bestellen getraut, weil ich kein Englisch verstehe und nicht korrekt aussprechen kann (meine schlechten Englischkenntnisse sind tatsächlich ein Lebenshindernis, das mich auch davon abgehalten hat, etwas dagegen zu tun – das nur - wie gesagt – nebenbei; wir müssen es nicht diskutieren). Plötzlich steigt es in mir heiß auf: habe ich aus Unwissenheit und technischer Unbedarftheit meine E-mails zur Vor- und Nachbesprechung der REMbox-Präsentation immer an alle meine Kontakte geschickt und nicht nur an die REMistInnen (will du mit REM ist innen nichts anfangen? - der innere Spötter)? Das wäre sehr peinlich! Ich denke ein wenig nach – vielleicht doch nicht, aber was verstehe ich schon von den dort programmierten Mechanismen.
11:46 a.m. Wunderschöne Musik: Knocking On Havens Door von einer Frau gesungen. … Nein, es ist gar nicht knocking on havens door … es hört sich nur wie das (das Wort, das er da hingeschmiert hat, kann er nicht mehr lesen und ihm fällt auch nicht ein, was er ungefähr gemeint haben könnte – der innere Spötter) Vorspiel bis zur Passage mit der titelgebenden Textzeile an, zu einem eigenen Song ausgedehnt. Aber wunderschön.
(2.6.2026)
©Peter Alois Rumpf Juni 2026 peteraloisrumpf@gmail.com