Freitag, 5. Juni 2026

4494 Leib und Seele zusammenhalten

 



12:37.  Ich bin im Kaffeeamt und versuche, meinen noch eher leichteren Deprivationszustand in den Griff zu bekommen. Das sind Momente, wo ich nicht weiß, was ich gerade mache und machen wollte, nicht weiß, wer ich bin, wo die Alltagswelt zu verschwimmen droht und wo sehr, sehr fremdartige „Erinnerungen“, die sich jedoch wirklich als echt erlebte ausgeben, aber von denen ich keine Ahnung habe, hereindrängen, als Einschübe in meine fragil gewordene Alltagsrealität. Ob das mit dem Regen draußen zu tun hat? Mir kommt es so vor, aber in diesem Zustand traue ich mich nicht, auch nur halbwegs verbindliche Aussagen zu machen. Hier will ich unter Menschen essen, um meine Alltagswelt zu stärken; nicht ganz risikolos, wenn die Sache doch noch kippt, aber ich glaube, ich manövriere eh ganz geschickt durch dieses innere Chaos, nur sollte bald das bestellte Essen kommen, auf dass es Leib und Seele zusammenhalten kann.

Vielleicht einmal ein Schluck Wasser. Done. Die solche Zustände begleitende Angst ist noch nicht in Panik abgerutscht; ich glaube, ich kann die Balance halten. Soll ich auf die blöden Medikamente, die mir der Arzt verschrieben hat (Blutdruck, Cholesterin), pfeifen? Ich vermute da einen Zusammenhang. Ich brauche Essen! Zwar habe ich schon zu Hause gefrühstückt, aber anscheinend hat es nicht gereicht, mir Gewicht und Selbstverständlichkeit zu verschaffen. Mit Fitnessstudio wird heute nichts; das habe ich schon gecancelt; in diesem Zustand: nein! Ich fürchte mich vor einigen der Typen (obwohl mir dort noch nie etwas passiert ist) und bin im Moment zu verletzlich und instabil, um mich dieser forciert machomäßigen Welt zu stellen. Kaffeehaus geht, und das unverständliche Geplauder rundherum hilft mir als Geräuschkulisse, wie ein Chor, der ständig sagt: „alles ist normal! Keine besonderen Vorkommnisse!“ (obwohl das auch jederzeit kippen kann und sich ins Gegenteil verkehren). Nein, nein, es geht schon. Es wird schon gehen.

Das Mach’s Madame (Briochetoast, Beinschinken, Emmentaler, Bechamel, Dijonnaise, Spiegelei, Beilagensalat) ist köstlich und wirklich in der Lage, Leib und Seele zusammen zu halten. Ich habe während der angenehmen Nahrungsaufnahme zunehmend Souveränität gewonnen und im Gegensatz zum Zustand vorher, wo ich mir als Fremdkörper vorgekommen bin (Fremdkörper steht auf meinem T-Shirt unter dem Hemd), habe ich meine rustikale Art zu essen ungeniert ausgelebt (du und rustikal! Du ißt wie eine Tunte mit abgespreitzten Fingern und tüpfelst wie pikiert in den Saucen herum! - der innere Landmacho) (Halt! Stopp! Dieser Rustikalrowdie ist eine fremde Installation! Der ist als Image anerzogen und gehört nicht zu seinem wirklich inneren Wesen! Im Gegenteil, damit als Vorbild wurde ihm ständig auf den Kopf geschlagen, weil er nicht so war - der innere Korrektor).

Oh, jetzt geht es mir viel besser, und der Boden ist wieder stabiler (was natürlich auch eine Illusion ist – der innere Spötter). Egal, mir geht es wieder gut. Das Essen zu Hause hätte das nicht gebracht; es ging auch um Weltvergewisserung.

So! Jetzt habe ich sogar die REMbox selbstbewußt auf den Tisch gelegt; eine starke, mutige, magische Handlung, so knapp nach der vor kurzem noch schwankenden Welt. Und ja, ich schlage die Seite 255 mit den Abbildungen meiner Bilder auf und betrachte sie. Jetzt fange ich schon wieder an, etwas übermütig zu werden, indem ich die Damen des Personals bitte, mir die Speisekarte (Speisenkarte – Karte mit Speisen; Speisekarte – Karte zum Verspeisen? Oder? - der innere Spötter) für ein paar Minuten zum Abschreiben meiner Frühstückwahl zu überlassen (heimlich amüsiert mich dabei der Gedanke, sie könnten mich für einen Lokalkritiker halten, weil ich da mit aufgeschlagenem Notizbuch gegessen und meine Bestellung von der Speisekarte abgeschrieben habe – Hochstapler wäre schon lustig, wenn nicht das Auffliegen so peinlich wäre – aber dass ich das nicht sofort richtig gestellt habe, hat mehr mit der Befürchtung zu tun, dass die Leute hier gar nicht auf diese Idee eines Lokalkritikers gekommen sein könnten und ich dann mit meiner höflich besorgten und gut gemeinten Erklärung sehr, sehr blöd als größenwahnsinnig dastünde) (So! Jetzt muß ich doch etwas klarstellen: es ist ja nicht gesagt, dass die Arbeit eines Lokalkritikers höher zu stellen ist als die unseren Schreibers! Gesellschaftlich sozialstatusmäßig schon, da ist es so, aber das muß ja nicht der inneren Wahrheit und auch nicht der im Universum entsprechen. Ich behaupte auch nicht das Gegenteil: ich halte nur fest, dass das von vornherein und ausschließlich vom momentanen gesellschaftlichen Status her begründet noch nicht in Stein gemeißelt und klar ist! - der innere … wem gebe ich diese Stimme? … der innere Wahrheitssucher).

Übrigens: beim Bestellen von Mach’s Madame vorher hatte ich die üblichen Hemmungen, diesen Namen der Speise gegenüber der Kellnerin auszusprechen, weil ich sofort zweideutig denke; es wundert mich, dass ich das in diesem Zustand vorher hinbekommen habe. Vielleicht war mein Deprivationszustand eher oberflächlich. Genug jetzt!


Sehr schöne Musik aus den Boxen. Ich lege die REMbox weg und höre zu. Nach dieser Dichte schaue ich, ob eine brauchbare Tageszeitung frei ist (das Weltgeschehen als Ablenkung – der innere Spötter).

So! Zeitungen gelesen. Draußen scheint es aufzuklaren. Mir geht es gut. Der Spuk (oder was das war) ist weg (er weiß das schon, dass soetwas mit einer Verschiebung des Montagepunkts zu tun hat und das diese komischen herandrängenden Erinnerungen mit den abgespeicherten und normalerweise verdrängten Erfahrungen des weggeschobenen, aber nie völlig abgeschnittenen Energiekörpers zu tun haben könnten - der innere Korrektor). Es ist Zeit, zu aufzubrechen. Aufs Klo werde ich zu Hause gehen. Und ich werde heute hauptsächlich lesen; auch die Seele braucht Nahrung und Training.


(5.6.2026)


©Peter Alois Rumpf    Juni 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

4493 Mit Leitungswasser

 



14:10.  Die Wanderung hierher ins Katscheli hat mich über mit Fronleichnamsblumen bestreute Wege geführt und ich bin von der Hitze erschöpft gerne auf einen Apfel-Karotten-Saft mit Leitungswasser und Eiswürfel eingekehrt. Wenn ich den Himmel und sein Wolkenspiel richtig lese, dann kündigt sich ein Wetterumschwung an (ja, für morgen ist Regen angesagt; ich habe nachgeschaut). Ich betrachte mein altes Spiegelbild gegenüber in einigen Metern Entfernung. Das ist eigentlich neu. Vor kurzem noch habe ich mich in den Spiegeln jünger gesehen. Oder ist das ein magischer Spiegel, der mich narrt? Und ich bin noch jung und zukunftsreich? Dieser große Wandspiegel nämlich da hinten, in dem mein Köpfchen so besonders klein erscheint, vergrößert den Raum sehr wirksam. Die Lampenschirme hier sind sehr schön (und das Getränk sehr gut). Zuerst glaubte ich, durchs Fenster einen Mann mit Steirerhut zu sehen, dann war es jedoch eine Frau mit Frisur. Also können einen auch Fensterscheiben narren.

Als ich noch getrunken habe, war ich sozial geschmeidiger (und unendlich blöder! Vergiß deine Belästigungen einiger Frauen nicht! - der innere Spötter). Nur eine leichte Brise schaukelt den rosa Stoff des langen Sonnensegels, und das nicht einmal an allen Stellen, sondern nur an seiner Ostseite (uff! Jetzt habe ich mir mit dem Blick auf den Handykompass das von mir aus gesehen links, aber von … aus gesehen … erspart!). Die Musik – mir unbekannt – fährt ein. Ich habe meine Ellenbögen auf den Tisch gestützt und meinen Kopf in die „aufgeklappten“ Hände gelegt. Der Song wird mir in seinem Verlauf doch zu fad. Der nächste fängt auch wieder vielversprechend an. Ich glaube nicht mehr so recht an seine Entfaltung, obwohl jetzt eine schöne Passage gekommen ist. Und noch eine schöne. (Wie bei deinen Texten? - der innere Spötter.) (Gegen die Wahrheit bin ich ziemlich machtlos – der Schreiber.) Jetzt geht der Wind durch alle acht Abteilungen des Sonnensegels, alle Stoffpartien wölben sich. Ich bin bei den letzten Schlucken des Apfel-Karotten-Saftes mit Leitungswasser und Eiswürfel angelangt (merkst du eigentlich, wie lächerlich und überständig dieser uninspirierte Vollständigkeits- und Aufzählwahn ist? - der innere Spötter). Die Musik ist gerade wieder sehr schön, sanftes, gekonntes Gitarrengeklimper mit sanfter weiblicher Stimme (die Kellnerin steuert via Fernbedienung unauffällig und wie nebenbei die Musikauswahl, wenn ich das richtig gesehen habe).


(4.6.2026)


©Peter Alois Rumpf    Juni 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

Donnerstag, 4. Juni 2026

4492 Alter Soul

 



11:40 a.m.  Alter Soul aus den Boxen. Der Lichtengel asymmetrisch wie immer in letzter Zeit (wie fliegt es sich da?) (Dummkopf! Der Lichtengel reist als Energiekörper auf Bewußtsein – der innere Spötter). Meine alte Seele wird schon wieder etwas müde und traurig; aber das ist nicht schlimm. Ohne Schwermut kein Tiefgang (ha, ha, ha! Also wirklich! Oida! - der innere Spötter). Die eine Gast knotzt auf dem Barhocker mit Rückenlehne, als liege sie mit ihrer Rückseite zum Lokal auf einer Chaiselongue (ich habe mich soeben zu folgender Rechtschreibregel entschlossen: ich schreibe einfach die Gast und nicht die Gästin und ziehe das durch: die Lehrer statt die Lehrerin etcetera. Geschlechtszuordnung nur über den Artikel; ich will mir die lästigen -in und -innen-Anhängsel ersparen und außerdem sind Anhängsel nur in der weiblichen Form unwürdig) (und wie sind dann in deinem Plural zum Beispiel in die Käufer die weiblichen Käuferinnen repräsentiert? - der innere Spötter) (Auch wieder wahr! - der Schreiber).

Ich habe mich hier im Espresso Burggasse zum erstenmal mit dem köstlichen Hashbrown verwöhnt (der Tapfere! Dabei hat er sich das fast nicht bestellen getraut, aus Angst, das englische Wort gegenüber dem nativespeaking Kellner falsch auszusprechen. Ohne Umständlichkeiten ist es nicht gegangen, bis er es dann geschafft hat, das Wort irgendwie herauszumurmeln – der innere Spötter).

So! Und jetzt, wo das leere Geschirr weggeräumt ist und der zweite Cappuccino gekommen, kommt die REMbox auf den Tisch. Bevor ich sie aufblättern werde, gehe ich mir noch die Hände waschen (Janis Japlin aus den Boxen; mein Lieblingssong von ihr wäre Summertime). Die Chaiselonguefrau hat sich vom Platz erhoben und gestreckt. (Ich könnte ja im Singular mit der/die Gast arbeiten und im Plural generell mit dem femininen Plural) (wirkt jedoch bei - zum Beispiel - die Faschistinnen blöd, wenn die vorwiegend Männer waren und es dabei um ein patriarchalisches Projekt geht – der innere Spötter) (Auch wieder wahr! - der Schreiber). Vielleicht findet der Weltgeist bald eine bessere Lösung, wobei sich die Frage erhebt, ob und inwieweit man (!) über die Form den Inhalt erzeugen oder herbeirufen kann. Ich frage das ganz im Ernst; wahrscheinlich ist das Verhältnis Form – Inhalt doch dialektisch, oder? (ich suche im Internet vergeblich nach einem Cartoon mit Wickie, wie er mit Ski durch einen Wald fährt und erstaunt feststellt, dass die Spuren seiner Ski je eine links und eine rechts an einem Baum vorbeiführt. Das zum Thema Dialektik(kritik). In den Siebzigerjahren in der Kleinen Zeitung erschienen).

So! Jetzt schlage ich die REMbox auf.


12:43.  Schon ein wenig überdrüssig. Wessen? Ich weiß es nicht. Sitzen? Soul? Lesen? Kaffee? Schreiben? Fronleichnam. Umzüge kann ich schon mögen. Aber ich bin drauß. Hier in der Burggasse ist viel los. Fast Volksfestcharakter (er übertreibt maßlos! - der innere Spötter). Letzteres hat nichts mit Fronleichnam zu tun, glaube ich. Ich mache meine Stadtwanderung. Zahlen.


(4.6.2026)


©Peter Alois Rumpf    Juni 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

4491 Augen geschlossen

 



23.05.  Geht noch was? Vermutlich nicht. Ich bin recht müde. Ein bißchen horche ich noch hinaus und hinein. Irgendwas fährt schnell vorbei (innen). Das Außen ist rot-schwarz gefärbt (die Augen geschlossen). Bei offenen Augen gerät das Außen in unglaubwürdige Bewegungen und Verschiebungen.


(3.6.2026)


©Peter Alois Rumpf    Juni 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

4490 Heimliche Arroganz

 



11:59 a.m.  Jetzt muß ich nur noch meine heimliche Arroganz aufgeben, dann werde ich erleuchtet sein. Knapp vor High Noon (Sommerzeit – also der Sonnenstand stimmt noch nicht – als könnte eine gesellschaftliche Übereinkunft den Sonnenstand ändern! Wie dumm!). Mein erster Blick auf Ventilator und Lichtengel heute - ich würde mir so wünschen, dass letzterem beide Flügel in gleicher Lichtstärke leuchten. Der dritte Cappuccino bringt mein System nahe ans Kippen, aber noch schmecken die einzelnen Schlucke und lösen keine Übelkeit und keinen Ekel aus. Unidentifizierbare Lichtreflexionen flashen von draußen ins Lokal herein. Vor fünf Jahren zum Beispiel hätte ich mir nicht vorstellen können, in einem Lokal zu sitzen und glücklich zu sein. Ich mußte das Ausgehen wieder lernen. Natürlich habe ich inzwischen wieder die Fotos meiner später dann zerstörten Bilder in der REMbox angeschaut; ich will mich nicht völlig darauf fixieren, aber doch den Schmerz über meine Vernichtung der Bilder zulassen und aushalten üben. Der Ventilator über mir dreht sich flott und hoffentlich zieht er die Schlacken aus meinem Kopf (naja, direkt über ihm dreht sich der nicht, der befindet sich schon drei, vier Meter weiter in der Raummitte am Plafond – der innere Spötter) (Wäre jetzt toll, so einen Laser-Raumvermesser zu haben).

Langsam sollte ich mich aufmachen, wenn ich rechtzeitig zu F.s Theaterauftritt kommen soll. Der Kaffeerausch ist schon eindeutig ein Rausch.


14:29.  Eine Viertelstunde zu früh am Bankerl in der Blumauergasse. Angenehme Temperaturen, angenehmes Lüftchen (das mich ein paar Mal zum Niesen bringt), angenehmes Licht.


(2.6.2026)


©Peter Alois Rumpf    Juni 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

4489 Vorspiel

 



10:24 a.m.  Habe gerade im Standard (Eric Freys Kolumne) gelesen: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“. Ich jedoch sitze wieder im Espresso Burggasse, habe die REMbox am Tisch liegen, habe außer den Standard die Kleine Zeitung, Ausgabe Ennstal inklusive Todesanzeigen Bezirk Liezen gelesen und hoffe tatsächlich, dass mir heute ein genialer Text gelingen wird. Ich hoffe; glauben ist wieder etwas anderes und gelingen erst recht. Aber ich bin mit meiner Durchschnittsproduktion durchaus zufrieden, meistens. (Gute Musik aus den Boxen.) Noch zögere ich, die REMbox aufzuschlagen, wie es meine Gewohnheit ist (übrigens: im Lotto habe ich nichts gewonnen). Ich lasse mich von den Spiegelungen in der offenen Glastüre ein wenig verwirren; ein Kontrapunkt mitten in der stabileren Realität. Langsam läßt die Highness nach; ich meine die Euphorie seit der REMbox-Präsentation am Mittwoch; ich hoffe, ich habe die Quintessenz irgendwo gut abgespeichert; an einem Ort, der mir leidlich zugänglich ist. Jetzt kommt hier am Tisch die REMbox dran! Und die ist ein großartiges Buch. Man stößt auf die unterschiedlichsten Texte - Beschreibungen der Zeit und von REM, super Analysen – und, was die Texte der Remisten nach meiner Zeit betrifft, die ich nicht kannte (die Texte): sie sind alle toll und voller Weisheit. Ich als Theologe würde sogar sagen: inspiriert. Aber auf eine demütige, bescheidene, das Wunder von Existenz und Leben würdigende, wenn auch ein wenig getarnte Art, auch wenn die Oberfläche frech und arrogant auftreten kann und damit das Tiefere schützt. Mich jedenfalls haut es immer wieder um, wenn ich beim Herumblättern auf diese Sätze stoße (gut, dazu gehört nicht viel, dass es dich umhaut – der innere Spötter). Nebenbei gesagt: das „Hashbrown“ auf der Speisekarte habe ich mich noch nicht zu bestellen getraut, weil ich kein Englisch verstehe und nicht korrekt aussprechen kann (meine schlechten Englischkenntnisse sind tatsächlich ein Lebenshindernis, das mich auch davon abgehalten hat, etwas dagegen zu tun – das nur - wie gesagt – nebenbei; wir müssen es nicht diskutieren). Plötzlich steigt es in mir heiß auf: habe ich aus Unwissenheit und technischer Unbedarftheit meine E-mails zur Vor- und Nachbesprechung der REMbox-Präsentation immer an alle meine Kontakte geschickt und nicht nur an die REMistInnen (will du mit REM ist innen nichts anfangen? - der innere Spötter)? Das wäre sehr peinlich! Ich denke ein wenig nach – vielleicht doch nicht, aber was verstehe ich schon von den dort programmierten Mechanismen.


11:46 a.m.  Wunderschöne Musik: Knocking On Havens Door von einer Frau gesungen. … Nein, es ist gar nicht knocking on havens door … es hört sich nur wie das (das Wort, das er da hingeschmiert hat, kann er nicht mehr lesen und ihm fällt auch nicht ein, was er ungefähr gemeint haben könnte – der innere Spötter) Vorspiel bis zur Passage mit der titelgebenden Textzeile an, zu einem eigenen Song ausgedehnt. Aber wunderschön.


(2.6.2026)


©Peter Alois Rumpf    Juni 2026     peteraloisrumpf@gmail.com

4488 Auf morgen

 



0:46 a.m.  Das wird ein voller Erfolg! Was, das verrate ich nicht (liebe Leute, er hält euch am Schmäh – der innere Spötter). Gerade vorhin war ich saumüde, jetzt bin ich putzmunter (Etymologie nachschauen!) (hoffentlich hat es nichts mit reinigen zu tun, denkt er jetzt, wegen dem Staub im Zimmer – der innere Spötter). (Putz = Verweis; laut Wehle; durch einen Verweis eines Vorgesetzten zur Munterkeit gezwungen? Rüdes Aufwecken bei verschlafen beim Militär? – der Tipper, der immer in den Wörterbüchern nachschauen muß.) (Du könntest doch auch einfach googeln!) (Mach ich manchmal, aber das Internet kennt viele umgangssprachliche und österreichische Dialektwörter und Redewendungen nicht. Deshalb allein nicht so verläßlich – der Tipper.)

Jedenfalls: Staub fliegt hier genug herum. Das an meinem linken Ohr klingt wie eine Gelse. Kann das schon sein?, frage ich meine Leserschaft. Achja, es ist soweit: blicke ich auf die Wand gegenüber ins sogenannte Narrenkastl, rinnt die ganze Front samt Regal und Bücher nach unten, bleibt aber an Ort und Stelle. Es ist schon klar, dass das meine müden Augen sind, aber niemals sehe ich die Dinge wieder“hinaufspringen“; sie bewegen sich immer nur nach unten. Ich verschiebe jetzt die Überprüfung und Erforschung dieses Phänomens auf morgen. Oder übermorgen.


(2.6.2026)


©Peter Alois Rumpf    Juni 2026     peteraloisrumpf@gmail.com