4577 Die Yogapuppe
10:54 a.m. Mein Lieblingscafé hat heute ausnahmsweise geschlossen! Ich wußte das nicht. Jetzt sitze ich ein paar Häuser weiter und muß mich sehr, gar sehr umstellen. Vielleicht hilft ein Frühstück? Meine Luxusausgaben werden mich noch in den Ruin treiben, aber ich brauche meine Arbeits- und Bürozeiten in Cafés! Die sind wichtige Stabilisatoren in meinem Leben. Und ein wengerl was könnte mir schon auch zustehen, oder? (Oida! Vorsicht! Du begibst dich auf dünnes Eis! Rede dir nicht Sachen ein, die du nicht empfindest – der innere Spötter.) Der Kaffee ist gut. Bleiben oder gehen? Eine Schaufensterpuppe in einer stehenden Yogaposition auf einem Bein in der Auslage des Geschäfts gegenüber auf der anderen Straßenseite amüsiert mich und – ja – rettet mich, weil sie mir als Anker dient und ich sie mir ganz irgendwie als etwas „Vertrautes“ hininterpretieren kann, nur weil meine Frau eine Yogini ist, obwohl ich selbst nie Yoga geübt habe; wohl aber vor Jahren Tensegrity/magical passes, das auch nicht nur den Körper, sondern ebenso den Energiekörper und in Richtung Unendlichkeit trainiert.
Dass es Nikotinschwaden immer wieder schaffen, aus Gastgärten in die Lokale hineingeweht zu werden! Das machen die z’fleiß (so! Jetzt legst du dein Schreibzeug weg! - der innere Kontrollor).
Ja, essen hilft, mit einem Ort vertraut zu werden. Und wegen der Yogagestalt drüben hat mich soeben eine prophetische Erkenntnis erreicht: Sturm Graz gewinnt heute gegen Fenerbahçe Istanbul und steigt in die Champions League auf!
11:37 a.m. Und jetzt gefällt mir auch die Musik aus den Boxen. Und im Klo – ich mag keine Gebläse-Händetrockner – ich frage mich immer, wo dabei der Dreck bleibt, den man in benutzten Handtüchern vorfindet und außerdem will ich mir nach einer Marmeladesemmel – Wiener Frühstück; ich habe gesündigt – auch den Mund abwaschen – also im Klo hier habe ich den ersten Händetrockner erlebt, der ordentlich Wind erzeugt und wirklich trocknet, den ersten! Das ist auch etwas! Überhaupt ist das alles oben und herunten im Keller eine Wahnsinnsanlage.
Jetzt gefällt mir die Musik weniger. Aber geht schon. Zwar mit ein paar Metern Abstand, aber direkt vor der offenen Eingangstür sitzend sehe ich die Passanten und Passantinnen von oben bis unten. Und eben auch die Yoga-Puppe. Ich bin zu dick. Morgen fange ich mit fasten an (aber ich bin in der Hitze so hungrig!). Ach was! Die Yogis sind im Alter auch oft wampert. Schritte habe ich heute noch nicht viel (2.245). (Freundchen! Glaubst du nicht, es wäre Zeit zum Beispiel in die Albertina zu wandern und dich mit anderen Sachen zu beschäftigen, als mit deinen idiotischen Gedanken? - der innere Spötter). Aber ΐδιοϛ heißt eigen, persönlich, also: so what? (So! Jetzt reicht’s! Weg mit dem Schreibzeug! Ich dulde heute keine Schreiberei mehr! Und keine mickrige Bildungsangeberei! - der innere Kontrolleur.) Aber meine Stimmung ist inzwischen entschieden besser! (Zufleiß hat er einmal Kontrollor und einmal Kontrolleur geschrieben – der Tipper, der sich meistens an die handschriftlichen Vorgaben hält.)
(11.8.2026)
©Peter Alois Rumpf August 2026 peteraloisrumpf@gmail.com
Ja, essen hilft, mit einem Ort vertraut zu werden. Und wegen der Yogagestalt drüben hat mich soeben eine prophetische Erkenntnis erreicht: Sturm Graz gewinnt heute gegen Fenerbahçe Istanbul und steigt in die Champions League auf!
11:37 a.m. Und jetzt gefällt mir auch die Musik aus den Boxen. Und im Klo – ich mag keine Gebläse-Händetrockner – ich frage mich immer, wo dabei der Dreck bleibt, den man in benutzten Handtüchern vorfindet und außerdem will ich mir nach einer Marmeladesemmel – Wiener Frühstück; ich habe gesündigt – auch den Mund abwaschen – also im Klo hier habe ich den ersten Händetrockner erlebt, der ordentlich Wind erzeugt und wirklich trocknet, den ersten! Das ist auch etwas! Überhaupt ist das alles oben und herunten im Keller eine Wahnsinnsanlage.
Jetzt gefällt mir die Musik weniger. Aber geht schon. Zwar mit ein paar Metern Abstand, aber direkt vor der offenen Eingangstür sitzend sehe ich die Passanten und Passantinnen von oben bis unten. Und eben auch die Yoga-Puppe. Ich bin zu dick. Morgen fange ich mit fasten an (aber ich bin in der Hitze so hungrig!). Ach was! Die Yogis sind im Alter auch oft wampert. Schritte habe ich heute noch nicht viel (2.245). (Freundchen! Glaubst du nicht, es wäre Zeit zum Beispiel in die Albertina zu wandern und dich mit anderen Sachen zu beschäftigen, als mit deinen idiotischen Gedanken? - der innere Spötter). Aber ΐδιοϛ heißt eigen, persönlich, also: so what? (So! Jetzt reicht’s! Weg mit dem Schreibzeug! Ich dulde heute keine Schreiberei mehr! Und keine mickrige Bildungsangeberei! - der innere Kontrolleur.) Aber meine Stimmung ist inzwischen entschieden besser! (Zufleiß hat er einmal Kontrollor und einmal Kontrolleur geschrieben – der Tipper, der sich meistens an die handschriftlichen Vorgaben hält.)
(11.8.2026)
©Peter Alois Rumpf August 2026 peteraloisrumpf@gmail.com