Donnerstag, 16. April 2026

4424 Der REM-Ziegel

 



12:20.  Mit dem REM-Ziegel (eigentlich: REMbox) im Espresso Burggasse. Ich will das Buch allen zeigen und will damit angeben, traue mich aber nicht. Gott-oder-wem-oder-was-auch-immer-sei-Dank. Aber wenn mich wer fragt, warum ich das Buch ständig herumschleppe, kann ich ja antworten, dass ich dabei bin, Belegexemplare zu verteilen, was gar nicht gelogen ist, aber das hier am Tisch ist mein Exemplar, das ich nur aus angeberischen Gründen (vergeblich) umhertrage (weil niemand darauf anspringt). Mein Gott! Mein Bedürfnis nach Anerkennung muß riesengroß sein! Die Jahre am Abstellgleis werden erst jetzt so richtig spürbar. Gut, da muß ich irgendwie durch, auch wenn es nicht auf elegante Weise gelingt und peinlich wird. Kleine Komödien sind angesagt (die erste habe ich heute schon beim Hinterlegen des Belegexemplars für die Magistratsabteilung 7 hingelegt; aber die war nicht so lustig, dass man sie erzählen muß. So à la der Ochs findet nicht das richtige Tor).

Es hat schon Sinn, das REM-Buch im Café zu lesen: ich entdecke immer wieder ganz tolle Texte (und Bilder sowieso); zu Hause würde ich mich ans Laptop setzen, vielleicht. Dieses Buch wird voll einschlagen und tut es schon! (Achtung vor aggressiver Rhetorik! Und außerdem hätte er vorhin fast macht Sinn geschrieben – der innere Spötter.)

Ist es eigentlich unhöflich, wenn ich den Kellner nur mit Fingerzeig meine Bestellung übermittle? Mir geht es darum, nicht allzu viele Umstände zu machen (was leicht nach hinten losgehen kann, weil es bei Missverständnissen erst recht kompliziert und umständlich werden kann; aber hier kennen sie mich schon). Aber ist es objektiv unhöflich?

Mein Gott! Es ist schon toll! Ich bin am Bucheinband abgebildet! Zwar verfremdet und natürlich nicht allein und kaum zu erkennen – abgesehen davon, dass das zugrunde gelegte Foto 42 Jahre alt ist – aber trotzdem! (Ich probiere hald (sic!) es mit dem alten Architektengrundsatz: was man nicht verhindern kann, muß man betonen.) (Wenn wir schon bei den Ziegeln sind – der innere Spötter.)

13:59.  Wenn ich im REM-Buch die Fotos meiner vernichteten Bilder anschaue, kommt der Schmerz. Das ist mir nach außen unangenehm, darauf herumreiten zu müssen, aber nach innen ist es eine Notwendigkeit: kein Loslassen ohne den Schmerz zugelassen zu haben. Adé.

14:38.  Nun sitze ich unter einer der Linden Am Gestade. Das junge Grün der Bäume, aller Bäume am Herweg ist so unglaublich; ich kann es fast nicht glauben, dass das wahr ist. Ich raste hier ein wenig. Aufgewühlt wie ich bin, bin ich nun erschöpft, ein wenig, vielleicht (Frage an die LeserInnen, wegen des ständigen vielleicht: welches Buch liest er gerade? - der innere Spötter). Der Brunnen des betrügerischen Baders plätschert ruhig und leise. In der Ecke links hinter mir hockt einer, raucht, checkt sein Handy (Eine Frage an die Cloud: darf man ein Smartphone Handy nennen?) (Weiß er überhaupt, was eine Cloud ist? Ich fürchte: nein – der innere Spötter.) Es schlägt Dreiviertel drei. Es stinkt schon nach Zigarettenrauch. Und natürlich die obligatorische Baustelle rechts um die Ecke mit ihrem rücksichtslosen Getöse (seht ihr, die unhinterfragte Priorität von Wirtschaft, Arbeit und Lärm will er nicht anerkennen! Geh doch ins Kloster! - der innere Spötter). Wer weiß, wie es dort ist (mein Versuch vor Jahrzehnten, in einem Kloster ein, zwei Semester leben zu dürfen, wurde nicht erlaubt.) (Vielleicht solltest du froh sein! Vielleicht - der innere Spötter.) Die Atemschutzfeuerwehr fährt mit Blaulicht vorbei. Wird es noch regnen? Ich werde weitergehen.


(16.4.2026)


©Peter Alois Rumpf   April 2026   peteraloisrumpf@gmail.com

4423 Contenance

 



6:53 a.m.  Heute habe ich gegenüber meiner morgendlichen Angst die Contenance bewahrt. Sie ist da, das Zittern ist da, aber sie hat mich nicht überwältigt: ich bleibe beobachtend und gehe nicht unter. Etwas in mir bleibt ruhig und gerät nicht in Panik. Ich habe mich im Bett aufgesetzt und dass soeben die Heizung anspringt, beruhigt mich auch. Der Gedanke, ob das noch lange so weitergeht oder ob wir uns die Wohnung in Zukunft nicht mehr leisten werden können, hätte das Potential, mich wieder in Panik zu versetzen, aber ich lasse mich nicht ganz darauf ein. Ich spüre zwar das Vibrieren im Zwerchfell und merke das Zittern am Kinn, aber bleibe beherrscht. Ich denke: mein ganzes Leben mußte ich mit dieser Angst verbringen, jetzt muß ich auf meine alten Tage deswegen nicht mehr durchdrehen (trotz des immer näher rückenden Todes – der kann ja auch eine Erlösung sein). Ich atme tief durch. Dann drehe ich den Kopf hin und her. Spott und Selbstironie kommen lächelnd näher. Wieder atme ich tief durch. (Was sich liebt, das neckt sich.) Wieder in dunkle Regionen abgedriftet, aber ohne Gefahr. Und retour.

Meint jemand, aus dem Bett springen und los! wäre das Richtige? Du hast keine Ahnung! Wenn es sich vermeiden läßt, gehe ich nicht mit offener Angst in den Tag; die Hunde draußen riechen das.


(16.4.2026)


©Peter Alois Rumpf   April 2026  peteraloisrumpf@gmail.com

4422 Als REM-Promi

 



22:50.  Es ist nicht so einfach, als REM-Promi zu leben. Soll ich den Leuten sagen, wer ich bin? Oder weiterhin bloß einen Dummy schicken? Die Bücher im Bücherregal haben sich wie kleine Balkone an einer Häuserfront angeordnet, zumindest solange ich nicht genau hinschaue. Im Surren und Zirpen in den Ohren gibt es nicht nur Rhythmus und Tonhöhenmodulationen, sondern auch ein Drehmoment. Ich, ich bin schon zu müde.


(15.4.2026)


©Peter Alois Rumpf  April 2026  peteraloisrumpf@gmail.com

4421 Die Lücke

 



7:27 a.m.   Angst bis zur Übelkeit.

7:49 a.m.   Die Leere (das Leck) in der Leibesmitte habe ich mit Haferbrei gestopft. Jetzt dürfte es eine Zeit lang wieder halten. Der Fensterrabe schaukelt hin und her, wie immer, wenn ich das Rollo hochgezogen habe. Ich will meine Kontoüberweisungen nicht über das Handy machen, aber bald wird es nicht anders möglich sein. Das überfordert mich; ich weiß nicht, was tun. Das nur zum Beispiel. Die Verkehrsüberwachungshubschrauber lärmen die angeblichen Alltagsselbstverständlichkeiten ein, damit diese bei allen zur Arbeit Eilenden gut sitzen. Ein Riss geht durch den Anbau (nicht hier). Die Müllabfuhr rumpelt durch das Stiegenhaus. Jetzt ist es wieder ruhig geworden, auch die angesprungene Heizung gurgelt nicht mehr im Heizkörper. Jetzt geht es wieder mit zuschlagenden Türen und ferne dröhnenden Flugzeugen in den Himmeln los. Bald werde ich alltagstauglich sein (so weit das bei mir überhaupt möglich ist). Die verstopfte Lücke in der Leibesmitte scheint zu halten.


(15.4.2026)


©Peter Alois Rumpf    April 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

4420 Achja!

 



22:48.  Die Freude, dass es noch Fotos meiner Bilder gibt, ist inzwischen der Trauer darüber, dass ich sie zerstört habe, gewichen. Zumindest beschreibe und bebildere ich das, was sich in mir abspielt, so (und es spielt sich viel ab). Vielleicht ist alles ganz anders. Vielleicht. Zwischen meinen Augen zieht es sich zusammen, und in meiner Leibesmitte arbeitet ein dumpfes Weh, aber seelisch. „Schlafe!“, denke ich mir, „ich will schlafen!“ „Achja!“, murmle ich halblaut, während ich die Pölster richte.


(14.4.2026)


©Peter Alois Rumpf   April 2026   peteraloisrumpf@gmail.com

Dienstag, 14. April 2026

4419 Schnittlauch

 



11:26 a.m.  Beim Essen des köstlichen Schnittlauchbrotes mit viel, viel Schnittlauch auf aufgeschlagener Butter auf Sauerteigbrot in meinem Lieblingscafé fallen viele Schnittlauchstücklein auf das unterlegte Papier und das Serviertablett und auf den Tisch. Ich picke möglichst viele davon auf – alle schaffe ich nicht – und esse auch sie, weil sie so gut schmecken und ich Speisen schwer wegwerfen kann: immerhin sind Pflanzen – wie alle Lebewesen mit Bewußtsein begabt – dafür gestorben (oder sterben noch – der innere Spötter) und damit sie nicht umsonst gestorben sind, esse ich sie (man könnte natürlich argumentieren: kommen die heruntergefallenen Stücklein auf einen Komposthaufen, wären sie auch nicht umsonst gestorben. Oder kann man sagen, im Universum geht überhaupt nichts verloren?).

Wie auch immer: In angeberischer Weise habe ich die REMbox vor mir am Tisch liegen – ein wirklich großartiges, gelungenes, umfangreiches und umfassendes Buch; Dokumentation und Darstellung der Wiener Künstlergruppe REM der Achtzigerjahre – und blättere darin, schaue mir genußvoll die vielen Bilder an, lese die wirklich und in echt interessanten Texte und bin hingerissen (ich gebe zu, dass er nicht nur von seinen eigenen Beiträgen begeistert ist – der innere Spötter). Das ist für mich, als würde ich durch diese Dokumentation ein wenig aus meiner Sackgasse herausgekommen sein, und das hat einen regelrecht erlösenden Effekt auf meine gequälte Seele: nicht alles in meinem (beruflichen) Leben war sinnlos, nicht all mein Wirken habe ich zerstören können, nicht alles ist verloren gegangen. Seit ich das Buch in der Hand habe (seit Freitag – der innere Spötter), bin ich völlig aufgewühlt, bis zur Schlaflosigkeit (aber auch vor Erleichterung und Freude). Obwohl ich diese Bücher beim Verteilen an die AutorInnen und fördernden Institutionen und Personen schwer im Rucksack herumtrage, habe ich das Gefühl, eine jahrzehntealte Last (genau: 37 Jahre alt) losgeworden zu sein. Mir ist zeitweise zum Heulen, aber das ist gut! Das ist wirklich gut!

Wenn ich die Fotos meiner zwei (dann ungefähr 1992 zerstörten) Bilder im Buch (keine Erinnerung mehr, wer die fotografiert hat) anschaue, begreife ich erst, wie sehr ich mich bei dieser Zerstörung verletzt habe; was für ein Stück meines Lebens ich abgehackt habe. Das war ein (mehr als bloß) symbolischer Selbstmord nach der katastrophalen Beratung beim Münchner Astrologen Wolfgang Döbereiner, der mich so in die Enge getrieben hatte. Shame on you, Döbereiner! Ich kann meine damalige Verstörung und den jetzigen Schmerz gar nicht in Worte fassen. Seit damals habe ich beruflich und gesellschaftlich gar keinen Boden mehr unter meinen Füßen gefunden. Shame on you, Döbereiner! Shame on you! Man tritt einen, der wankt und einem nichts getan hat, nicht nieder! Schon gar nicht, wenn er Rat sucht! In der Hölle sollst du schmoren! Gut, von mir aus im Fegefeuer, aber du kommst erst raus, wenn du mit allen Fasern deiner verdorbenen Seele erleben hast müssen, was du – nicht nur bei mir – angerichtet hast.

12:00 Mittag.  High Noon. (Naja, wir haben Sommerzeit; die Sonne steht noch nicht in ihrem Zenit – der innere Spötter.) (In meinem Leben geht sie schon unter.) Die Musik aus den Boxen aus meiner Jugend (jetzt: Spencer Davis Group, Gimme some lovin’) (Er ist ganz stolz, dass ihm nach minutenlangem Nachdenken der Name der Gruppe eingefallen ist – der innere Spötter.)

Diese Kriegsgeneration war wirklich eine Verhaugeneration (c/o Hannes Priesch). Es ist bitter. (Er sitzt tatsächlich da, die REMbox groß sichtbar auf dem Tischchen abgelegt, und träumt davon, dass ihn wer darauf anspricht – der innere Spötter.) Stimmt, ich gebe es schon recht billig. Daran erkenne ich, wie sehr ich die Jahre über in sozialer und seelischer Not war – und erschrecke. So eine Art Ritt über den Bodensee.

Seelisch erschöpft – es gibt so viel zum Aufarbeiten und neu Einordnen; immer noch! - sitze ich da und überlege, ob ich einen dritten Cappuccino bestellen soll. Meine Augen füllen sich ein ganz klein wenig mit Tränen (was immer das heißt!- der innere Spötter). Ich muß mich regelrecht beherrschen, den Leuten hier nicht das REMbuch (und besonders seine Beiträge – der innere Spötter) unter die Nase zu halten und meine Schüchternheit hilft mir gottseidank dabei. (Dabei würde er gern sagen: „Seht her, bei dieser wichtigen und tollen Künstlergruppe war ich dabei! Seht her, das habe ich gemalt! Seht her, das habe ich geschrieben! Ich bin kein Versager!“ - der innere Spötter.) (Freundchen! Reiß dich endlich zusammen – der innere Korrektor.)

Nein! Ich zeige meinen Schmerz, meine Angst und meine Einsamkeit (als Kind und beim Ritt über den Bodensee; aber jetzt bin ich drüben und falle nicht tot vom Pferd!). Jetzt das wunderschöne Liebeslied von Jefferson Airplane Today aus den Boxen (danke, Universum!). Jetzt weine ich wirklich verhalten (was immer das ist – der innere Spötter). Ich staue es eh zurück.

Ich verankere meinen Blick kurz am Lichtengel dort in der Fensternische. Seine Flügel strahlen heute besonders schön und trösten mich (richtige Männer brauchen keinen Trost – der innere Spötter). Sie leuchten durch meine Augen in meine kindliche (nicht kindische? - der innere Spötter) Seele.

Ich habe ein wenig Angst davor, wenn die Wirkung der Droge REMbox nachläßt. Was wird dann mit mir passieren? Werde ich den Halt verlieren? Und doch vom (zu hohen?) Ross fallen? Jetzt, wo ich um meinen innereren Bereich herum weich geworden bin? Ein Plakatverteiler kommt herein und fragt, ob er eines aufhängen darf; das habe ich damals für REM auch oft gemacht.

Ach ja, und Herr Hubert Scheibl ist auch herinnen gesessen und ich konnte nicht an mich halten und habe ihm das Foto eines seiner Werke, das in der REMbox abgebildet ist, weil er auch einmal im REM ausgestellt hat, gezeigt. Schüchternheit hin oder her. So etwas wird immer ein wenig peinlich.

Langsam werde ich überständig. Ich finde, dass es schon passend ist, die REMbox in der Öffentlichkeit zu lesen; es geht dabei doch um Öffentlichkeit. Zu Hause weiß ich da nicht so recht, wohin mit meiner Aufgewühltheit. (Meine Notizen im Notizbuch sind nun auch bunter geworden.)


(14.4.2026)


©Peter Alois Rumpf April 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

Donnerstag, 9. April 2026

4418 Gegenlicht

 



10:40 a.m.  Wegen der Helligkeit draußen haben wir hier herinnen Gegenlicht (sein geliebtes fast vor Gegenlicht hat er gestrichen – der innere Spötter). Amerikanische Popmusik [er ist zu faul – (und eigentlich auch zu inkompetent – der ganz innere Spötter), dies ordentlich auszuführen – der innere Spötter] aus den Boxen. Ich sitze am Eckplatz, wo ich fast (!) nie sitze; wegen der zwei Meter ist das trotzdem eine ganz andere Perspektive. Der Blick auf den Lichtengel ist weiterhin gegeben. Es gibt Menschen, die sitzen so aufrecht da, dass man ihnen ihre Existenz in dieser Welt sofort abnimmt. Die Gläser des verspiegelten Gläserregales hinter der Bar sind deutlich ins Zentrum meines Gesichtsfeldes gerückt und glitzern freudig und Erwartung erweckend drauflos. Ich drehe mich ein wenig nach rechts, Richtung Glasfensterfront. Zwei Anrufe irritieren mich, aber die Wellen verebben wieder (als hätte die Ebbe keine Wellen! - der innere Spötter).

Jetzt bin ich sitzend überhaupt gleich ums Eck gerückt und blicke ins Gegenlicht auf die Burggasse 351° N. Die seitlich beleuchteten Gesichter der in entsprechender Position sitzenden Gäste sind sehr interessant: ich sehe sie nämlich im Profil, das Licht von draußen kommt aus der mir gegenüber liegenden Richtung, und somit sind es nur wenige Lichtflecken, die ich aus meiner Perspektive auf den Gesichtern – sozusagen an ihren „Kanten“ – sehen kann und das gibt diesen Gesichtern so ein interessantes, fast artifizielles, überirdisches Aussehen (Puh! Jetzt hat er sich angestrengt! - der innere Spötter). Oh! Bin ich happy! Ich vertiefe mich in diese Gesichtsbetrachtungen, so als wären sie lebende Gemälde, die sich bewegen. Zum Beispiel streut das Licht so schön bei den Stirnen herein und erzeugt tolle Licht-Schatten-Effekte. (Das Gefühl, dass er damit übergriffig in Leben und Integrität anderer gafft und für sein ästhetisches Vergnügen missbraucht, hat er nicht. Es sind ja bloß „Kunstwerke“ – der innere Spötter.) Kaffeerauschmäßig steuere ich nun auf einen Höhepunkt zu. Der Wind schaukelt die noch ganz schwach belaubten Zweige der Platanen draußen vor der Tür. In meiner direkten Blicklinie zum Fenster hinaus befinden sich sieben seitlich beleuchtete Gesichter, alle weiblich (was seine „Betrachtungen“ vermutlich auch leichter macht! - der innere Spötter) (Nein! Da verwahre ich mich dagegen! Auch du, Spötter, hast nicht das Recht, bloß mit Unterstellungen zu arbeiten; das Ganze hat nichts damit zu tun! Ich betrachte diese Gesichter in Ehrfurcht vor Leben, Universum und Schöpfung! - der Schreiber.) (Meinetwegen tendenziell – der innere Spötter.) Apropos Schreiber(ling): Für Schriftsteller gibt es den PEN, für Autoren die Grazer AutorinnenAutorenVersammlung (die mich nicht aufgenommen hat), für unsereinen gründe ich den Verband für (verletzte) Schreiberlinge.

Ah! Jetzt sitzt auch ein Mann in meiner Blicklinie, und wie es der Teufel oder wer-oder-was-auch-immer will, gibt sein Gesicht – ich weiß nicht, ob wegen der Physiognomie oder der zufälligen Kopfhaltung – lichttechnisch nicht viel her. Nur die Unterlippe glitzert ein wenig beim Reden. Vielleicht ist auch das Sonnenlicht draußen etwas schwächer geworden.

Ich atme durch und bereite mich innerlich auf meine Wanderung in die Innenstadt vor, um wie geplant Kräutertees zu kaufen. Deshalb kippe ich den letzten Schluck Kaffee hinunter und habe mich dabei jedoch verkutzt und einen Husten mit substantiell nicht nur luftigen Auswurf, der sich am ganzen Tischchen ausgebreitet hat, nicht verhindern können. Oh wie peinlich! Meine ganze seriöse (mehr oder weniger – der innere Spötter) Schriftstellerei ist desavouiert! Autoren und Schriftsteller verschlucken sich nicht in aller Öffentlichkeit! Brav und demütig habe ich die Tröpfchen und die Krenstücklein aufgewischt.


(9.4.2026)


©Peter Alois Rumpf   April 2026   peteraloisrumpf@gmail.com