Dienstag, 8. September 2026

4603 Ein Trick

 



8:10 a.m.  Mir ist nicht gut. Gut, das ist nicht so wichtig.


11:17 a.m.  Wirklich, ich fühle mich elend. Ich weiß nicht, was mir jetzt so schwer auf der Seele lastet (mir würde schon was einfallen: dass auf deinem Konto schon jetzt zu Monatsbeginn nur mehr € 40.- drauf sind – der innere Spötter). Der Lichtengel, zu dem ich nun ernsthaft um Hoffnung bittend hinschaue, ist nur eine schöne, hell strahlende Wandlampe, die ein wenig flimmert, wenn ich länger hinstarre. Meine Blicke, die ich da hin und dort hin werfe, auch zur Platane in der Laube draußen, sehen nichts, sondern fallen irgendwie durch alles hindurch, ohne auf etwas Festes zu stoßen. Und wenn ich ihn, den Blick, doch abbremse und er mir sagt, „dort steht eine Platane“, kann ich ihn kaum verstehen und glaube ihm nicht recht und bestenfalls antworte ich „na und?!“. Dabei ist sie, die Platane, ein Lebewesen mit Bewußtsein, mit dem man wirklich kommunizieren könnte. Ja, ich pfeife mein Geschau zurück, auf dass es sich ernsthaft anstrenge, nicht alles Erblickte zu verlieren, denn heute macht mir das ein wenig Angst. Selbst die gute Musik im Lokal macht mich unruhig und nervös. Zum ersten Mal, seit ich dieses Lokal besuche – und das sind einige Jahre – schaue ich mir die Pflastersteinstufen zur Laube hinauf an und betrachte länger ihre Form, ihre Farben, den Mörtel in den Fugen zwischen den einzelnen Steinen.

Die Zeitungen habe ich heute mehr durchgeblättert als aufmerksam gelesen; so etwas wie Überdruß. „Warum“ klebt über der Pissoirmuschel und das frage ich mich auch, aber heute entgleitet mir die Frage, fällt hinunter und verschwindet in einem vagen Abgrund unter dem angeblich stabilen Terrazzoboden. Ein Gelenkbus fährt hinter der Laube die Burggasse hinunter und hinterläßt einen unsichtbaren, tunnelartigen Sog. Die Passanten draußen bewegen sich wie, wie … ich wollte schreiben: wie in einem mechanischen Puppenspiel, aber das trifft es doch gar nicht! Den Song jetzt kann ich viel besser annehmen. Ich blicke auf meine am Kaffeehaustischchen abgelegte feminine Gary-Larson-Cartoon-Brille und frage mich, warum ich gerade diese als Lesebrille verwende, denn dieses komische Kuh-Flecken-Muster an Bügel und Gestell ist doch völlig lächerlich! Aber ändern wird diese Frage nichts – weder an meiner Brille, noch an meinem Leben, noch an der Weltgeschichte (bist du allmählich bereit, dein Haupt zu heben und deine Verzweiflung aufzugeben? - der innere Spötter). Oh ja! Jetzt jammert eine E-Gitarre gemeinsam mit ihrem Sänger so richtig aus den Boxen; darum bleibe ich noch ein wenig sitzen, bleibe noch ein wenig da.


12:10.  Auf dem Weg durch das Mittagsgeläut und durch die Stadt sehe ich, wie der Wind ein verdorrtes und abgefallenes Blatt über den Asphalt weht, dass es sich überschlägt.


12:52.  Ich sitze nun am Karlsplatz auf einer Bank im Schatten von Platanen und habe am Weg hierher ein paar Lottotipps abgegeben (guter Trick! Sehr gut! Jetzt mußt du jedenfalls die Ziehungen abwarten! - der innere Spötter) und versuche, die Beklemmung loszuwerden. Die Sonne blinzelt durch das Laub, die abgestorbenen Blätter liegen am Boden, kein Wind bewegt sie, eine Wespe überfliegt ein paar von ihnen anscheinend lustlos. That’s it. Laut ist es hier von der Straße (Friedrich-/Lothringer-) und einem Baulärm; das alles hinter meinem Rücken. Vor mir der Park, irgendein Denkmal – mir ist es zu blöd, aufzustehen, hinzugehen und nachzuschauen … ah, jetzt erkenne ich Kopf und Gestalt und kann auf einmal auch die Inschrift lesen (Brahms). Das Ganze spricht mich nicht an; ich verabscheue das Neunzehntes-Jahrhundert-Pathos. Egal! Ich lasse mich darauf nicht weiter ein. Die Karlskirche ist mir auch sowas von egal – ich kann mit dem pseudoreligiösen Theater des Barock nichts anfangen. Ein sanfter Wind kommt auf und schiebt die dürren, abgefallenen Blätter über das Straßenpflaster. Nur kurz. Eine telefonierende Frau nebenan schreit ins Handy, dass es in den Ohren weh tut; auch ihr Tonfall geht mir massiv auf die Nerven. Normalerweise werde ich solche Stimmungen beim Wandern los. Heute funktioniert es nicht. Auf! Los! Weiter!


(Das schöne Angelusläuten beim Eintippen! – der Tipper)


(8.9.2026)


©Peter Alois Rumpf    September 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

4602 Zeit zu schlafen

 



23:10.  Ich bin so müde und meine Augen sind mir mindestens so schwer wie mein Herz. Ich mag mich jetzt gar nicht fragen, woher das kommt und wie sich das zusammengebraut hat. Ich bin nämlich müde. Seelisch müde vor allem. So müde. Nachdem sich mir an der Wand meines „Hausaltars“ eine Gestalt halluziniert hat, die an ihren Konturen bunt, im Inneren jedoch leer ist und sich ein wenig bedrohlich bewegt hat, denke ich: es ist Zeit zu schlafen.


(7.9.2026)


©Peter Alois Rumpf    September 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

4601 Heilung der Seele

 



12:27.  Kaum ist etwas Geld hereingespült, prasse ich und brösel mein aufgeschlagenes Notizbuch am Kaffeehaustisch an. Dabei ist das heute gar kein regulärer Besuch hier. Mein üblicher Einkehrtag ist morgen. Fröhliche, eher ältere Sommerhitmusik aus den Boxen (wie in meiner Jugend um 11h im Radio), grenzwertig, aber geht heute, denn sie ruft das letzte Feriengefühl hervor. Die zwei Hirschen unter Tannenbaum und Schreibtischlampe, der Lichtengel an der Fensternischenwand angeschraubt. Der Deckenventilator dreht sich gegen den Uhrzeigersinn; vielleicht kann er den Fluß der Zeit etwas einbremsen, aber zurück will ich nicht (außer ich könnte alles Geschehene korrigieren und verbessern). Immer wieder schaue ich auf die Armbanduhr, weil ich heute meine Psychotherapie habe und bin unüblicherweise – ich schätze – eine dreiviertel Stunde Fußmarsch entfernt. Oh, jetzt spielen sie Nina Simone! Gleich erhellt sich in mir etwas; ich weiß nicht: ist es das Wiedererkennen der Stimme oder deren Ausdruck und Intensität. Ich lese zur Zeit van Goghs Briefe an seinen Bruder Theo aus seiner frühen Zeit und ich staune, wie viel mir – trotz aller Unterschiede – vertraut vorkommt. Zum Beispiel sein verzweifelter innerer Kampf um Daseinsberechtigung. Sein Kampf ums Zeichnen. Das nur so nebenbei. Ich sitze schon auf Nadeln, weil ich bald aufbrechen muß (er hat doch tatsächlich statt Nadeln ausgerechnet Nabeln hingeschrieben! - der innere Spötter). Ich fange das jetzt nicht zu deuten an.


13:26.  Also: der Fußweg dauerte in Wahrheit eine halbe Stunde. Dabei habe ich schon bei der dreiviertel Stunde noch einen Puffer von einer viertel Stunde extra dazugerechnet und bin trotzdem nicht eine Stunde vorm Therapietermin losmarschiert, sondern noch zehn Minuten früher. Das zu meiner ständigen Sorge, zu spät zu kommen und die auf mich warten, zu enttäuschen (im wirklichen Leben bin und habe ich das wirklich). Nun sitze ich in Hof 5, den ich mir heimlich (da schau her, er schreibt gar nicht klandestin! - der innere Spötter), den ich mir heimlich gerne als Hof eines Klosters phantasiere, wo ich Auskommen, Aufgabe und Ruhe gefunden habe; was heute nicht so leicht ist, weil eine Gruppe junger Mädchen – ich tippe auf Erstsemestrige oder Oberstufe Gymnasium – einen Tisch besetzt haben und sich sehr aufgeregt und laut kichernd austauschen. Passt schon. Geht schon. Ich halte das gut aus, weil es mich amüsiert. Der Wind ist auch ganz mild und das Wetter spätsommerlich. Die letzten Sommertage; diese Wehmut, Ende der Ferien, die Erwartungen haben sich nicht erfüllt, jetzt kann man bald nur noch heimgehen und im Zimmer Musik-hören. Immerhin trage ich Natriunhydroxid bei mir, das ich am Vormittag bei Neuber’s Enkel gekauft habe, womit wir verstopfte Ausgüsse und Abflußrohre reinigen.

An einem Feigenbaum, dem Narrenturm, dem Denkmal מרפא לנפש - Marpe Lanefesch - Heilung der Seele (das ehemalige Gebetshaus für die jüdischen Patienten des Allgemeinen Krankenhauses) und am großen, hohen, abgrundtief hässlichen Nebengebäude der Österreichischen Nationalbank vorbei wandere ich langsam Richtung Psychotherapie.


(7.9.2026)


©Peter Alois Rumpf    September 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

4600 Gebet eines Müden

 



23:31.  Lieber Gott, hilf mir in meiner Not. Staubflanken schweben durchs Zimmer, weil ich mich bewegt habe, und ich bin so müde. Die Nacht sagt mir nichts mehr und zeigt mir nichts und reißt mir nur mein Maul zu einem großen Gähnen auf. Mein innerer Spötter grinst schon wieder blöd, aber eingefallen ist ihm doch nichts. Daseinsberechtigung, das ist die Frage, aber was kann man da schon antworten?


(6.9.2026)


©Peter Alois Rumpf    September 2026     peteraloisrumpf@gmail.com

Freitag, 4. September 2026

4599 Die Europafahne

 



14:06.  Gegenüber dem Amt für Eich- und Vermessungswesen sitze ich im Amt für Kaffee und gähne und gähne, obwohl meine Kaffeetasse schon zur Hälfte ausgetrunken ist. Die tiefblaue Europafahne mit ihren gelben Sternen auf der anderen Straßenseite ist eigentlich sehr schön, wirklich sehr schön mit ihrem transparenten Stoff. Da! Wow! Ich bekomme hier einen zweiten Cappuccino geschenkt! Vom Kaffeeamt. Das ist völlig unerwartet; ich werde gleich alle umarmen und abbusseln! (das macht er natürlich nicht; dazu ist er viel zu gedankenschwer, lebensängstlich und feig – der innere Spötter). (Das hat ihn jetzt ganz aus der Bahn geworfen; worüber soll er nun jammern? - der innere Spötter.) Mein depressiv formatiertes Gehirn sucht jetzt krampfhaft irgendeinen Pferdefuß und ich selber bin ganz aufgescheucht [Die Sache ist ganz einfach zu erklären: die Geschäftsführerin hat eine Jobbewerberin gebeten, als Test an der Kaffeemaschine einen Cappuccino zu machen. Selber wollte ihn um diese späte Uhrzeit keine vom Personal trinken – vermutlich weil schon genug Kaffee intus – also haben sie an diesen halben Stammgast gedacht, von dem sie auf Grund seiner üblichen Bestellungen schon wußten, dass er kaffeesüchtig ist, und ihm den Kaffee offeriert. That’s it – der Tipper. Aber danke!].

Langsam und leicht bewegt sich die schöne Europafahne, dreht sich hin und her, wendet sich ab, faltet sich der Länge nach zusammen, öffnet sich wieder, dann legt sie sich um den Fahnenmasten und löst sich wieder ein wenig. Die Musik aus den Boxen fällt mir erst jetzt auf und passt. Zwei helle, weiße Pünktchen schweben draußen durch die Luft; vermutlich sonnenbeschienene Insekten. Ich beginne, wieder zu schwitzen. Ich gehe noch nicht, weil zu Hause gerade die Tageskinderabholzeit ist. Zur Fahne muß ich noch klarstellen, dass sie sowohl oben mit einem Querholz als auch unten ohne Verstärkung in der Mitte ihrer Breite an der Stange befestigt ist. Der Wind wird stärker und rüttelt und zupft auch an irgendwelchen Planen, die geparkte Motorräder? - ich kann das von hier aus nicht klar erkennen – abdecken, und an den noch jungen Kletterpflanzen am Gestell für das Sonnensegel des Gastgartens herum.

Jetzt sehe ich es: die Fahne hat mittig ihrer Länge nach ein Drahtseil laufen, an das sie alle paar Zentimeter mit Ringen festgemacht ist, und diese Drahtseil läuft von der Spitze des Fahnenmasten bis zu seinem Fuß, wo es ebenfalls befestigt ist.


(4.9.2026)


©Peter Alois Rumpf    September 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

4598 Wehrlos

 



7:26 a.m.  Ich schlage die Augen auf, sitze an meinem Arbeitsplatz und habe das vorgebeugte Gesicht des Chefs ganz nahe vor mir, der mich anbrüllt: „Vierzig! Vierzig! Ein Wahnsinn!“ Ich weiß gar nicht, was er meint, nur, dass das wohl die Kündigung ist. Überhaupt weiß ich gar nicht, was ich da arbeite und wo ich bin, nur, dass ich einiges oder alles falsch gemacht habe. Lange noch, als ich schon realisiert habe, dass ich in meinem Bett bin und aus einem Traum aufgewacht, klopft mein Herz heftig und ich zittere am ganzen Körper.

Im Traum vorher habe ich vielleicht in einer Art Jugendherberge gewohnt – ein richtiges Hotel war das jedenfalls nicht – oder in etwas Ähnlichem wie ein Studentenheim, aber komischerweise bin ich schon alt und noch komischer von lauter Wirtschafts- und BWL-Studenten umgeben, die freundlich tun, aber grinsen und mich alten Mann als Kuriosum betrachten und mir dämmert, dass sie ihre Scherze mit mir treiben wollen. Sie drängen sich in mein Zimmer und tun und nehmen und bedienen sich schamlos, grapschen alles an und haben noch Schlimmeres vor, aber ich durchschaue ihre Manöver nicht. Ich verstehe auch ihre Anspielungen, ihre Scherze und ihre Jugendsprache nicht; alle sind sie so geschleckte Karrieristen, geistig beschränkt, glatt, und rücksichtslos und bei Gemeinheiten und ihren Vorteilen einfallsreich. Sie haben defacto mein Zimmer übernommen und holen sich auch Mädchen. Ich kann mich nicht wehren. Sie werden mir noch übler mitspielen, das weiß ich schon. Und ich sitze gelähmt vor meinem Zimmer und bin wehrlos.


(4.9.2026)


©Peter Alois Rumpf    September 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

Donnerstag, 3. September 2026

4597 Der traurig pfeifende Sänger

 



11:41 a.m.  Nach sehr langer Lektüre habe ich es gerade noch geschafft, vor High Noon (falsch! Wir haben Sommerzeit! - der innere Korrektor) zum Schreibzeug zu greifen und somit meiner kindischen Bevorzugung von Ante-Meridiem-Zeiten zu frönen. Denn schreiben kann ich das hier noch nicht nennen. Die Sonne gibt meiner Selbstkritik recht und verdunkelt sich auch auf der – ungefähr – Nordseite deutlich (naja, 39°NO sind Hausfront, Tür und Fenster; mein Blick geradeaus 302°NW). Auch auf die Gefahr hin, immer und immer wieder das Gleiche herzunotieren (er will nicht immer -schreiben schreiben – der innere Spötter): die schöne, schwermütige Musik geht mir weit in meine Seele (oder doch Psyche? - der innere Spötter) hinein und macht mich angenehm. Mir gefällt sogar der traurig pfeifende Sänger – was an und für sich grenzwertig wäre (der Konjunktiv als ständige Tarnung – der innere Spötter). Um mich von meinen vergeblichen Denk- und Formulierungsversuchen abzulenken, wische ich drei von mir selbst hinterlassene Brösel vom Tisch. Ein schönes Lied soeben, kein Country, aber leicht davon angehaucht. Den Johnny Cash verdanke ich übrigens irgendwie meiner Mutter, das nur nebenbei. Das Stück hier war kein Cash, nur ein Hauch von Country. Kurz ist mir in einzelnen Stimmmomenten vorgekommen, es könnte ein mir völlig unbekannter Bob Dylan sein, aber das ist äußerst unwahrscheinlich. Jetzt ein schönes, feines, weibliches Lied, ein bißchen Shanty oder Folk. Schon vorbei (ich komme mit dem Schreiben nicht nach). John Frusciante fragt einmal live sein Publikum, ob ihm, dem Publikum, traurige Musik happy macht. Die Stimme der Sängerin kommt mir schon bekannt vor.

Ach, wie ist diese Musik schön! (Heulst du schon? - der innere Spötter.) Nein.

Meine Lebensfragen sind ungelöst und es besteht wenig Aussicht auf g’scheite Antworten. Das auszuhalten ist ein bißchen viel verlangt. Aber hier geht es ganz gut. Musik spielt auch eine wichtige Rolle. Mein Gott! Ist dieses Lied jetzt wieder schön!

Fast kann nun das Eigentliche (was ist das? - der innere Spötter) durch Fassaden und Glaswände und die Geräusche der Dualität durchkommen, fast. Ich bestelle meine dritte Melange. Ein Hauch von Tabakrauch weht herein und affiziert sofort mein Nervensystem (hoffentlich ist affizieren nicht affenhaft affektiert! - der innere Spötter). (Und der Schmäh nicht zu billig! - der noch innerere Spötter.) Nach diesem kurzen Ausflug ins Diesseitige versinke ich wieder langsam ins … was weiß ich was. Die gebrauchten Gläser und Tassen am soeben verlassenen Tisch beim Fenster – weil vor allem Glas Licht reflektiert – jetzt wird der Tisch gerade abgeräumt – ergeben ein elegisches Stillleben (-leben passt, weil die Leute, die dort gesessen sind, sozusagen ex negativo noch ätherisch anwesend sind, bevor ihre Aura verraucht sein wird. (Übrigens, weil er gerade von einer Pause zurückkommt – er ist immer recht zufrieden mit sich und seinem Leben, wenn er seine Texte eintippselt – der Tipper.)

Wie schön jetzt dieser Song ist! Auf meinem T-Shirt steht Im Traum kann ich durch Wände gehen, obwohl ich mich an keinen solchen erinnern kann; aber grundsätzlich geht es; das weiß ich. Ich lege meine linke Wange in die aufgestützte linke Hand auf deren Rückseite und höre zu. Ich mache mir im Moment keine Gedanken über den Papst, sein Alter, die Politik oder so etwas, nur über mich und meine Reise durchs Universum – sozusagen – und was ich da noch erfahren kann (im wahrsten Sinne des Wortes). Gut. Es wird wohl Zeit sein, meine Fußwanderung durch die Stadt anzutreten (im wahrsten Sinne des Wortes). Ein Ruck geht durch mich, ich trinke aus, besuche sicherheitshalber noch die Toilette (so viel Realitätssinn muß sein! - der innere Spötter), zahle und gehe (nur die Musik aus den Boxen will mich nicht ziehen lassen).


14:37.  Auf meiner Stadtwanderung habe ich in der Innenstadt vergeblich nach dem Max-Weiler-Platz gesucht; ich steuere gern solche Lichtpunkte an, wie ein Pilger auf seiner Pilgerfahrt seine Kirchen, Kapellen, Marterl und Wegkreuze, auf dass wir auf unserer Reise in der Fremde nicht so verloren sind (ich sitze jetzt übrigens vor der ehemaligen Karmeliterkirche). (Offensichtlich bin ich über den Max-Weiler-Platz marschiert, ohne es mitbekommen zu haben, wie meine Recherche am Stadtplan ergeben hat.)


(3.9.2026)


©Peter Alois Rumpf    September 2026    peteraloisrumpf@gmail.com