4390 Schade
19:51. Es ist Nacht geworden. Das Deckenlicht im Zimmer hat diese Farbe, diesen Glanz, der die Nacht anzeigt. Es ist noch nicht die stille Nacht. Der Abend ist noch nah. Das Tagewerk oder sonstwas Ähnliches ist noch nicht vorbei. Mich sucht Trauer heim, aber das macht nichts; ich habe dafür genug Lieder. Ich habe heute auf der Straße geweint (nachdem mir von der Österreichischen Gesundheitskasse von der Honorarrechnung über 5 Therapiesitzungen, für die ich € 250.- bezahlt habe, nur der Rückvergütungssatz einer Therapiestunde von zirka 38.- rückvergütet wurde, und mir deswegen jetzt in der Monatsmitte das Geld ausgegangen ist, und mir an der ÖGK-Stelle Lasallestraße, wo ich persönlich aufgetaucht bin, nicht geholfen werden konnte und ich dann auf die Straße hinausgegangen bin, konnte ich nicht mehr an mich halten und habe geweint), nur kurz, abgehackt, irgendwie hat es für mich unecht geklungen, aber Wasser ist mir aus den Augen geronnen, das kann ich bezeugen. Darüber bin zur Hälfte froh (ganz froh wäre ich, wenn ich ordentlich und nicht verhalten geweint hätte). Mein kleiner innerer Großinquisitor hat mir verächtlich Selbstmitleid vorgeworfen (und da zucke ich sofort schuldbewußt zusammen und schäme mich), aber es ist wirklich schade um mich. Schade, dass ich meine Talente nicht richtig entfalten konnte (und nicht nur, weil ich dann eine höhere Pension hätte!). Damit das klar ist: ich klage nicht. Ich erzähle und beschreibe.
(16.3.2026)
©Peter Alois Rumpf März 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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