Montag, 9. März 2026

4380 Bellevue

 



14:24.  Start in Grinzing Richtung Bellevuehöhe. Schattig und steil im ersten Abschnitt. Den Pliëntensattel werde ich nicht mehr schaffen. Und fast die ganze Strecke aufgegraben und mit Planken abgedeckt. Ich muß rasten; lang zögere ich es hinaus, doch dann muß ich verschnaufen. Kurz; länger erlaube ich es mir nicht. Es geht in den flacheren und sonnigeren Abschnitt. Es ist ja ein herrlicher Tag. Dann wird es wieder etwas steiler. Der Drache Sauseblut. Prinzessin. Nein. Doch Prinzessin! Jetzt glaube ich, mich zu erinnern. Ich hatte nie richtig zugehört, wenn meine Frau mit dem Erzählen dieser Sage die müden Kinder auf unseren Wanderungen abgelenkt und weitergelockt hat. Drache Sauseblut murmle ich vor mich hin, aber meine Frau lacht nur und beginnt nicht, die Geschichte zu erzählen. Sie ist fitter als ich. Er wird noch steiler. Der letzte Abschnitt durch den Wald ist nicht so schattig, wie ich es erwartet hatte, weil die Bäume noch kein Laub tragen. Am asphaltierten Weg liegen vereinzelt, aber doch einige violette Blüten. Vermutlich hat ein Kind gespielt. Und/oder Fronleichnam Preparación. Der Parkplatz oben ist komplett voll. Die letzten paar Schritte die letzte Kuppe zur Wiese hinauf gehe in betont langsam und feierlich (ein wenig tut er beschönigen; er derschnauft es kaum noch – der innere Spötter). Und dann dieser unglaubliche Ausblick auf die Stadt, wie er Schritt für Schritt in die Sichtbarkeit aufsteigt. Die Bellevue ist der schönste Platz von Wien. Der schönste Ausblick, wie die Stadt dort unten ausgebreitet liegt, nicht zu weit weg, nicht zu nah. Und der rechteckige Platz selbst ist so schön, hier, wo einmal dieses Stasirestaurant mit den unfreundlichen Stasikellnern gestanden ist, gottseidank schon längst abgerissen und vollständig verschwunden, aber der Platz, nun eine Wiese, noch von den Bäumen eingesäumt. Die Lagerwiese jenseits dieses Rechtecks, die sich so sanft und schön zum nächst gelegenen Weingarten Richtung Stadt absenkt, ist auch so schön und einladend. Die Stadt selbst unten in leichtem Dunst, aber der Stephansdom zum Beispiel ist leicht zu finden. Rechts die von hier aus geheimnisvoll und verschlossen wirkenden Hügel des Wienerwaldes. Ein deutlicher Wind geht, trotz des warmen Wetters etwas zu kühl für meinen Geschmack, aber schön ist es hier. Wirklich schön (wen es interessiert: ich vermute einen Mond-Venus-Platz; auf meiner astrologischen Karte würde auch eine Mond-Venus-Achse durchgehen). Der Wind wird doch unangenehm. Wir brechen auf, um auf der Sieveringer Seite hinunter zu gehen.


(8.3.2026)


©Peter Alois Rumpf   März 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

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