Freitag, 6. März 2026

4378 Nicht ausgetrunken

 



9:45 a.m.  Der Lichtengel ist heute nur einflügelig. Und das Hergehen ohne Frühstück und mit leerem Magen wäre aufregender gewesen: das Hohle in der Leibesmitte zöge deutlicher ans Ziel und erzeugete eine größere Vorfreude, so, dass ich dann regelrecht jubelnd ins Espresso Burggasse geeilt wäre.

10:55 a.m.  Heute sitze ich so, dass ich direkt auf und durch die Fensterfront und weiter auf die Burggasse schaue. Wie auf einer Bühne des Lebens tauchen Gestalten und Gesichter auf und verschwinden meist wieder und ich sitze da und schaue ihnen bei alter Musik aus den Sechzigerjahren zu. Plötzlich heult alles andere übertönend und verdrängend ein Kranken- oder Polizeiwagen vorbei. Nur kurz, dann ist der Status quo ante (anscheinend) wieder hergestellt (er hat auch erst im Fremdwörterbuch nachschauen müssen, wie das genau heißt – der innere Spötter). Aber das ist nichts Neues. C’est la vie! (und der Tod). Ich betrachte die schöne Rinde der Platane draußen. Manche Passanten gehen nicht vorbei, sondern kehren in den wieder geöffneten Schanigarten ein. Manche Passanten werfen im Vorbeigehen einen Blick ins Lokal herein. Heute ist viel los hier. Ich breche jetzt auf. Oh! Ich habe noch gar nicht ganz ausgetrunken.


(5.3.2026)


©Peter Alois Rumpf März 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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