Mittwoch, 18. Februar 2026

4368 Schwerer Gang

 



11:00 a.m.  Nach dem Aufwachen, als mir die diversen Arzttermine eingefallen sind, speziell der Psychiatertermin morgen, hat mich wieder eine grauenhafte Angst gepackt, wo ich nicht wußte, wie ich der auskommen könnte. Meine Tricks, wie sich gestreckt auf den Rücken legen; tief einatmen usw. hatte ich komplett vergessen. Ich war dieser Angst völlig ausgeliefert. Es war ein stundenlanger Kampf, bis es mir endlich gelang, die Bettdecke zurückzuschlagen und aufzustehen. Die Angst ist immer noch da, aber ich bin nicht mehr so gelähmt und kann mich bewegen. Was für eine Panik! Ich glaube, dass ich keine Niederlagen und Demütigungen mehr ertragen kann, dass meine Fähigkeit, das auszuhalten, erschöpft ist und denke dann nur mehr daran, wie ich von dieser Welt, die mich heillos überfordert, verschwinden kann, und muß alle meine geistigen Kräfte aufwenden, um das in meinem Inneren zurechtzurücken.

Mir ist immer noch ein wenig schlecht vor Angst, mein Unterkiefer zittert, ich habe mich gezwungen, ein Frühstück hinunter zu würgen, weil ein voller Magen die Angst dämpfen sollte. Der heutige Arzttermin mag unangenehm sein (Urologe), aber harmlos, aber morgen der Psychiatertermin bedroht mein letztes, fragiles Gleichgewicht. Nur weil ich einen teilweisen Kostenersatz für meine Psychotherapie beantragen will, muß ich mich dem aussetzen und dem arroganten Psychiater – das sage ich aus den Erfahrungen der letzten Begegnungen – im ungeschützten Raum meine Psyche präsentieren, auf dass er, weil er für die kranke Gesundheitskasse solche Anträge abwimmeln soll, süffisant und zynisch darauf herumtrampeln kann. Wir Menschen sind zerbrechliche Wesen und ich wäre vor Jahrzehnten beinahe daran gestorben, dass mein fragiles „Ich“ zertreten wurde. Lebensangst. Todesangst. Für heute bin ich über den Berg – so hoffe ich – aber wie wird es morgen sein? Ein Gang wie zur seelischen Hinrichtung.


(18.2.2026)


©Peter Alois Rumpf Februar 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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