4363 Nix da!
10:11 a.m. Nix da! Die Fensterflügel klappern im Wind und ich mußte mich bis zum Recken durch die Nacht husten. Ich bin müde und antriebslos, meine Augen sind verklebt, nur der Blutdruck war heute früh unter der vorgegebenen Obergrenze. Auch jetzt plagen mich Hustenanfälle, aber ich kann mich nicht aufraffen, zum Arzt zu gehen. Nächste Woche kommt es dann sowieso Schlag auf Schlag mit den Arztterminen, einer nach dem andern, vor denen mir graut (und am Wochenende, wenn die Ordinationen geschlossen sein werden, wird er sich in den Arsch beißen, wenn er sich schlaflos und hustend durch Tag und Nacht quälen muß, weil er sich nicht rechtzeitig um Medikamente gekümmert hat – der innere Spötter). Aber so ist das bei Depression: man hat Hemmungen, so viel für sich zu beanspruchen und mit seinen Wehwehchen so viel Aufwand zu betreiben und Kosten zu verursachen. Vielleicht bringt mich meine schmerzende Brust doch noch dazu, zum Arzt zu gehen. Ich habe ja sonst nichts zu tun und das Bett wird mir schon unbequem.
13:26. Das Zum-Arzt-Gehen war ganz problemlos (eigentlich das Beim-Arzt-Sein, das Losgehen kostete ihm Überwindung – der innere Spötter). Ich bin hingegangen, ohne Termin, habe mein Anliegen geschildert, habe nur kurz warten müssen, bin aufgerufen worden (Rumpf ist über Lautsprecher kaum zu verstehen: kurz, einsilbig, dunkelster Vokal, verschluckendes Wortende), wurde abgehorcht und habe das Rezept für die Medikamente für und gegen den Husten auf die E-Card bekommen (das stimmt: eines für den Husten, das das Abhusten des Schleimes in der Lunge fördert für den Tag, und eines gegen den Husten, das den Hustenreiz einbremst, für die Nacht – der innere … äh …?). Die Ärztin war freundlich, niemand hat mit mir geschimpft und keiner hat mir vorgeworfen, wegen einer solchen Lappalie das Gesundheitssystem zu belasten.
(13.2.2026)
©Peter Alois Rumpf Februar 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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