4367 Der innere Spötter
11:06 a.m. Nach dem Aufwachen ist plötzlich wie aus dem Nichts eine Wahnsinnsangst eingefahren, die in mir einen Abgrund aufgerissen hat, in den ich in freiem Fall stürzte, was ich körperlich als Ruck und als realen Schock in meiner Leibesmitte spürte, aber jetzt, hier im Lieblingscafé, gleich einmal schöne Musik, mein Stammplatz ist frei und der Cappuccino steht schon auf dem Tisch.
11:56 a.m. Es ist nicht nötig, dass ich beim „Lichtengel“ Schutz suche – ich bin hart im Nehmen (hihhi – der innere Spötter) – aber hinschauen kann ich ja trotzdem (mein Gott! Übertreibt er wieder! „Schutz suchen“, so ein Blödsinn! - der innere Spötter). Heute bereichern zwei Babys mit ihrer Anwesenheit die Stimmung hier im Lokal; ihr staunendes Umherschauen ist so berührend; sie sehen noch die Wunder rundherum.
12.26. Es geht nicht viel weiter mit meiner Arbeit (hihihi – der innere Spötter); einiges ist ins Stocken geraten (nur weil ihm nichts einfällt, versucht er mit Weltschmerzpathos zu punkten und produziert doch nur windiges Psycho-Bahöö – der innere Spötter).
Ist er nicht gut, mein innerer Spötter!? Die Musik (unter anderem) aus meiner Jugend (Crosby, Stills, Nash & Young; The Doors … - vielleicht Coverversionen. Weil die, wenn sie doch original sind, vermutlich remixt sind, erkenne ich sie nicht mit Sicherheit als die alten Versionen. Mein nachlassendes Gedächtnis spielt auch eine Rolle). Ich sehe hier drei – drei! - Personen, die händisch in ein Notizbuch mit dem Lesezeichenbändchen auf das Kaffehaustischchen ausgelegt schreiben. Bäume und Gesträuch draußen sind ziemlich völlig kahl (Oida! - der innere Spötter); ich bilde mir ein, das war beim letzten Besuch noch nicht so (jetzt muß er noch hinschreiben, dass er sich dessen natürlich nicht ganz sicher ist – der innere Spötter), aber genau kann ich mich nicht erinnern. Die Platane trägt noch etwas vertrocknetes Laub, und dass sie als laubabwerfende bis halbimmergrüne Art nicht so schnell und nicht so gern abwirft, könnte tatsächlich der Fall sein (ja, ja, die Welt ist alles, was der Fall ist – der innere Spötter). Ein ordentlicher Schluck Wasser. Die Bändchen-Notizbuch-Schreiberin drüben an der Wand dreht sich versonnen auf ihrem Barhocker mit drehbarer Sitzfläche hin und her. Der Notizbuchschreiber links von mir ist inzwischen auf elektronisches Schreibzeug umgestiegen. Macht nichts! (Er verkneift es sich, nix zu schreiben – der innere Spötter.) Mein Geist dreht sich von Halbgedanken zu Halbgedanken, aber nur im Kreis; er kommt nirgends an.
Es kommen viele Leute herein – ich sollte doch gehen.
(17.2.2026)
©Peter Alois Rumpf Februar 2026 peteraloisrumpf@gmail.com
(17.2.2026)
©Peter Alois Rumpf Februar 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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