4569 Hinweg und Rückweg
10:42 a.m. Brav bringe ich jedes Monat meinen Psychotherapie-Kosten-Teil-Rückvergütungs-Antrag persönlich in die Österreichische-Gesundheits-Kasse-Stelle oben in der Lassalle-Straße (ich weiß, näher an der Donau kann nicht oben sein, weil Flüsse immer unten sind, aber hier schaut es einfach so aus, als wäre das hier oben, vermutlich wegen der Auffahrt zur Reichsbrücke – als führe die Lassalle-Straße hinauf). Gerne gehe ich nach dem Einwerfen des Briefes in die Service-Box zu Fuß zum Praterstern „hinunter“. So auch heute. Und immer, wenn ich die Lassalle-Straße entlang wandere, denke ich: die wäre eigentlich ein prächtiger Boulevard! Wenn … ja, was wenn? Jedenfalls wenn es einige einladende Cafés gäbe. Eine Klientel, die mehr Zeit und Muße hat? Andere Firmen? Studenten? (aber nicht von TU und WU!)
12:52. Jetzt hocke ich wieder in der Tonspurpassage im MuseumsQuartier. Die ist freilich nicht klimatisiert, da sie bloß ein Durchgang von einem Hof zum anderen ist, aber es weht gelegentlich ein kleiner, warmer Wind durch, der einen schon ein wenig kühlt. Wieder lausche ich der schon bekannten Tonspur, aber nicht mehr so andächtig wie beim ersten Mal. Der Weg von hier ins Mumok ist mir trotz der Kühlung im Gebäude dort zu sonnig und zu heiß. Ich werde mich außen im Schatten an den Mauern der ehemaligen Hofstallungen entlangschleichen (selber schuld! Warum willst du an einem hitzeverwarnten Tag unbedingt deine zehntausend Schritte gehen – der innere Spötter). Man könnte auch so sagen: Romantiker verdienen es nicht anders, als zu scheitern. Nur: den reinen Technokraten gehört trotzdem eine in die Goschn! (Sind eh die zwei Seiten der selben Medaille.)
13:45. (Innere Stadt: 39°C) Auch bei großen Kreuzungen und Fußgängerquerungen wie zum Beispiel bei den Wienzeilen/Naschmarkt unten beim Verkehrsbüro gehörten die Fußgängerampeln so geschaltet, dass sogar ein leicht maroder Fußgänger in einem, ich betone: in einem von der einen Seite Linke Wienzeile zur anderen Seite Rechte Wienzeile hinüberkommt (oder umgekehrt). Es ist bei dieser Hitze unzumutbar, in der prallen Sonne auf einer Verkehrsinsel, oder wie hier auf dem Naschmarktplateau mitten in den überhitzten Ausdünstungen und Hitzeabstrahlungen der Autos auf die Grünphase der zweiten Ampel zu warten und ausharren zu müssen. Die in den klimatisierten Autos und SUVs können ruhig länger auf ihre Grünphase warten. Das gilt mutatis mutandis auch bei Regen. Und überhaupt. Verbrenner raus aus der Stadt!
(5.8.2026)
©Peter Alois Rumpf August 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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