Montag, 1. Februar 2016

280 Wundertäterfragment 2

Was wir bisher wissen: der Wundertäter ist schlank, hat dunkles Haar und „ist von hohem Wuchs“ (Daniil Charms). Er weiß, daß er Wunder vollbringen kann, wirkt aber nie eines.

Aus welcher Familie stammt er? Oder soll er einfach auftauchen, erscheinen? Oder jemand wie der „Untermieter“ (bei Carlos Castandea), der schon zehntausend Jahre lebt? Nein. Eher mit (Herkunfts-) Familie, von der er sich jedoch abgespalten hat. Verwandte, Vorfahren habe ich ja schon erwähnt. (Könnten aber auch wieder gestrichen werden; - nein, wir bleiben dabei.)

Wovon lebt er? Ist er arm, reich, mittel? Hat er etwas geerbt oder geht er arbeiten? Wenn ja – was? Übt er einen erfüllenden Beruf aus? Hm; eher nicht; irgendetwas eingebremstes muß er haben. Welcher Schock hat ihn gestoppt? Hat er sich irgendwie verloren? (Ich muß mit den „irgendwies“ aufpassen; ich verwende sie viel zu oft. Andererseits: im jetzigen Stadium ist die Figur noch „irgendwie“; sie muß sich erst deutlicher herausschälen.) (Das mit dem „Herausschälen“ klingt ja ganz toll, aber ich muß die Figur klar zeichnen, oder?)

Daß der Wundertäter ganz freiwillig, bei voller Kraft und vollem Bewußtsein und aus edlen Motiven (welchen?) auf seine Wunder verzichtet, ist noch nicht ganz vom Tisch! Dann müßte sein Gebremstsein wieder gestrichen werden.

Hat er Weib und Kind? Eher nicht. Ich glaube, ich lasse ihn keusch leben, da ist seine Wunderkraft plausibel (mir zumindest) und vielleicht auch seine Zurückhaltung verständlich (das wäre dann wieder etwas eingebremstes). Eine nicht-duale Aura muß er auf jeden Fall haben. Das ist zwar keine notwendige, aber eine halbwegs hinreichende Bedingung. (Ach, ich freue mich schon darauf, wie sich die Anbeter der irdischen dualen Logik aufregen werden: „Entweder ist die Bedingung hinreichend, oder sie ist es nicht! „halbwegs hinreichend“ gibt es nicht! Das ist unlogisch!“ Hi, hi, hi, hi!)


Beschreiben wir seine Kindheit, oder lassen wir ihn erst - sagen wir – mit dreißig auftreten? Jedenfalls schaut er gern in die Ferne und läßt seinen Blick oft über den Horizont schweifen. Schaut er etwas nahes an, dann weidet er manchmal seine Augen.












©Peter Alois Rumpf  Februar 2016    peteraloisrumpf@gmail.com


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