4576 Dilemma
8:16 a.m. Ich habe schlecht geschlafen. Da ist einmal die Hitze. Auch um 22 Uhr hat es in meinem Zimmer um die 30 Grad. Und dann noch das: ich konnte nicht einschlafen, weil ich so viel grübeln mußte. Ich stehe nämlich vor einem Dilemma, das mir unlösbar scheint. Es geht um meine Psychotherapie. Einerseits habe ich mir zu meinem Selbstschutz geschworen, mich nie mehr von diesem Psychiater der kranken Gesundheitskasse wegen einer Verlängerung der teilweisen Rückvergütung meiner Therapiekosten begutachten zu lassen, aber andererseits hat mir mein kurzer, jedoch schwerer Rückfall in die Depression vor – ja, wann war das denn? - ich weiß es nicht – ich müßte erst nachschauen – mein Rückfall also nach zwei Wochen ohne Therapie gezeigt, wie wichtig für meine Gesundheit und mein seelisches Gleichgewicht die wöchentlichen therapeutischen Gespräche sind. Ohne wenigstens teilweiser Rückvergütung ist mir die Therapie zu teuer, trotz des unglaublich kulanten Entgegenkommens meiner Therapeutin – sie verrechnet für eine Stunde einen lächerlich niedrigen Betrag, für den kein Handwerker auch nur eine Augenbraue heben würde. Ohne Rückvergütung machen die Therapiekosten fast die Hälfte meiner monatlichen Pension aus. Also was tun? Ich weiß keine Lösung. Ja und um das auch noch zu erklären: der von der kranken Gesundheitskasse zur Begutachtung beauftragte Psychiater schaut nicht, ob der Antragsteller/die Antragstellerin aus psychischen und finanziellen Gründen diese Hilfe braucht, sondern er ist offensichtlich von der kranken Gesundheitskasse angehalten, die Antragsteller einzuschüchtern und zu vertreiben. Dieser Psychiater schafft es innerhalb weniger Sekunden, mich als unnötigen Versager mit unverschämten Ansprüchen darzustellen, und ich habe keine innere Abwehr dagegen. Das ist ja meine Depression, dass ich in meinem Inneren diesem Vorwurf - du bist nichts und gehörst weg! - nichts Substantielles entgegenzusetzen habe! Darum ist diese Strategie der Einschüchterung so gemein und fahrlässig. Außerdem hat der feine Herr schon beim letzten Mal angekündigt, mir keinesfalls mehr einen Antrag durchgehen zu lassen (ich meine: ein Herzkranker bekommt auch seine Medikamente, solange er sie braucht, nur bei den psychischen Kranken unterstellen sie, das alle Betrüger sind!). (Finanziert die ÖGK nicht auch Privatkliniken?) Pfui, Gesundheitskasse, dreimal Pfui! Wenn du einsparen willst, kranke Gesundheitskasse, entlasse diesen Herrn, seinen Job kann auch ein billiger Rowdy ohne psychiatrische Ausbildung erledigen.
(11.8.2026)
©Peter Alois Rumpf August 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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