4337 Die Doppelpunkte müssen sein
1:24 a.m. Morgen will ich ins Fitnessstudio (mein Gott! Schreiben wir hald (sic!) drei s!) gehen, darum sollte ich schon schlafen. Tue ich aber nicht. Ich liebe die Stille Nacht mit dem Dröhnen in den Ohren und dem unidentifizierten Hintergrundrauschen. Ich hocke jetzt nur so da. Gelesen habe ich eh schon. Natürlich im Bett. Genaugenommen liebe ich die Stille Nacht nur im Bett hockend; am Schreibtisch vorm Laptop merke ich sie nur wenig (sozusagen nur passiv als Ermöglichung von Unbedrängtheit). Unter der Decke fühle ich mich getröstet und unsinnigerweise sicher. Gut, ganz so unsinnig ist das auch wieder nicht, aber schon, weil zerbrechlich (imitiere ich gerade meine soeben absolvierte Lektüre?). In der Stillen Nacht höre ich immer auch und zeitweise recht deutlich etwas, das wie ein Motor klingt. Ich habe das immer unter der Rubrik „Baustellenlärm in der Ferne“ eingeordnet, glaub das aber nicht mehr, weil es seit Jahren jede Nacht da ist und sich nicht ändert. Ferner Verkehrslärm glaube ich auch: nicht (die Doppelpunkte müssen sein). Ich betrachte die neu erworbene Kunstkarte „Heiliges Herz“ mit Öffnung durch die Lanze (Anonym; vor 1470). Sie gefällt mir sehr. Das durchbohrte Herz (offensichtlich wurde das Papier tatsächlich aufgeschlitzt; ein sehr moderner Zugang für damals). Seht wie die Wunden prangen. Ja, das gefällt mir an diesem Bild und an diesem Lied: dass die Wunde prangt. Ich möchte, dass meine Wunden auch prangen. Aber dazu fehlt mir wohl das Format (wie beim Hinschreiben dem mir der i-Punkt gefehlt hat – der innere Spötter). (Wenn es nur ein i-Punkt wäre! - der Autor.)
(21.1.2026)
©Peter Alois Rumpf Jänner 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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