Montag, 22. Juni 2026

4522 Fremdsprache




Im Hof unter einem großen Lindenbaum. Ein angenehmes Lüftchen weht durch die Hitze. Wobei es jetzt zuzieht; immer mehr Wolken breiten sich aus. (Ich darf nicht vergessen, auf die Uhrzeit zu achten; Psychotherapietermin.) Ich bin vom Gespräch auf der Nebenbank abgelenkt (verstehen kann ich vom Gespräch der beiden jungen Frauen nichts; diese Jugendsprache ist für mich wie eine Fremdsprache, sowohl was das Vokabular, als auch was die Aussprache betrifft). (Oh mein Gott! - habe ich jetzt verstanden.) Ich will nicht zuhören, aber ignorieren kann ich es auch nicht. Okay! Ich beende das Schreiben.

Am leergeräumten Antiquariat Klabund, dessen Räumlichkeiten schon zur Vermietung ausgeschrieben sind, vorbeizugehen, gibt mir einen Stich ins Herz. Auch wenn ich nur selten etwas gekauft habe, so habe ich doch bei jedem Vorbeiflanieren die Auslagen betrachtet, die Titel der Bücher gelesen, die Photos und Bilder angeschaut. Es sind schon Welten, die da untergehen und verschwinden, mitsamt dem Klabund und dem literarischen neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert.


(22.6.2026)


©Peter Alois Rumpf   Juni 2026   peteraloisrumpf@gmail.com

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