4135 Sommerzeitlicher Abend
18:30. 345°N ist die Richtung, in die ich schaue (wobei das am Tisch abgelegte und nicht berührte Handy ständig zwischen 43, 44, 45 hin und her springt – kann mir das wer erklären? Jetzt auch 46). Direkt vor mir kommt die Straße von Seggauberg herunter und teilt sich dort, wo das Grundstück, auf dem ich sitze, in einem Geländeabbruch zu den Straßen aufhört (oder anfängt), wie das Wasser vorm Bug eines Schiffes. Der von mir aus gesehen linke Straßenstrang teilt sich wieder, links unter mir. Es herrscht reger Verkehr, aber der Blick in die Landschaft entschädigt einen dafür. Immerhin kann man manchmal die Kirchturmuhr von Frauenberg schlagen hören. Ich sitze unter einem Sonnenschirm, nur auf meinen linken Unterarm und meinen linken Unterschenkel brennen die Sonnenstrahlen. Der Blick auf die herabkommende Straße vor mir ist von zwei Büschen eingegrenzt; dahinter ist die zweisitzige Kinderschaukel einige Meter vorm Grundstücksende, deren Gestell entfernt an ein japanisches, an ein japanisches Tempeltor erinnert (sehr entfernt! - der innere Spötter - außerdem scheint er jetzt auch schriftlich zu stottern), was diesem Arrangement eine besondere Note gibt: irgendwas mit Tor zu einer anderen Welt und dahinter die Straße ins Nirgendwo. Auf der Terrasse vom Restaurant, drüben hinter dem „Tor“ gibt es viel Gewusel – sind die noch von dieser Welt oder schon hinüber? Oder im Zwischenreich? Mir kommt das Restaurant da drüben an der herabkommenden Straße recht fremd vor. Ich hebe den Kopf und sehe den Himmel; zarte, weiße Wolken ziehen langsam über ihn hinweg. Jetzt läuten die Abendglocken von mehreren Kirchen. Die Sonne steht schon noch recht hoch. Mopeds heulen aus der Ferne dazu. Ach, das Abendgebet (der Tag hat sihich geneieiget)! Ein tiefer fliegendes, lautes Flugzeug mischt auch noch mit.
(23.7.2025)
Peter Alois Rumpf Juli 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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