4134 Ein Sommertag
10:17 a.m. 8° Nord mit Blick direkt aufs Museum mit seiner steirischen Fahne (nicht schon wieder! – der innere Spötter). Die Bewölkung zieht ab. Ich sitze auf meiner Lieblingsbank unter dem Apfelbaum und blicke in die Ferne. Die „Gärtner“ vom letzten Besuch (Text Nr. 4130 Zuerst am Frauenberg) stellen sich als Archäologen heraus, die hier Grabungen durchführen. Darum war ihre Arbeit so ganz ohne Lärm! Am nächsten Tisch wird auf Südsteirisch über Rasenroboter palavert. Diametral gegenüber auf der anderen Seite läuft eine Museumsführung durch das Gelände. Die Steirer gehen jetzt, die Ruhe, die ich hier so liebe, kehrt ein (wobei ich heute auch schon mit der Museumskustodin, die jetzt die Pflanzen in den Töpfen gießt, geplaudert habe). Die Führungspartie kommt näher; ich horche auf die Ausführungen, vielleicht kann ich etwas lernen. Aber die Schmetterlinge flattern schaukelnd über die Wiese, wie es meine Gedanken über dem weiten Feld des Bewußtseins tun. Elegie der fernen Flugzeuggeräusche. Eines kommt nach dem andern. Der Gartenschlauch wird eingekurbelt; der Rosenstrauch gegossen. Ganz weit weg in der Ebene draußen glitzert ein Auto als ein Lichtpunkt. Die Kirchturmuhr schlägt dreiviertel. Ein paar Krähen fliegen auf. Eine Taube ruft ihren typischen Ruf (Langform). Eine Autotür – vermutlich beim Friedhof unten – schlägt zu. Wenn die Flugzeuge verklingen, kommen die Straßengeräusche unten deutlicher herauf. Der leichte Wind bringt die Luft in sanfte Bewegung. Die Kirchturmuhr schlägt elf. Ein Vogel ruft; ich erkenne ihn nicht. Klingt wie ein Warnruf. Jetzt ist es vermutlich ein Specht, der kurz schreit. Ein Sommertag. Ich muß loslassen. Viel loslassen.
(22.7.2025)
Peter Alois Rumpf Juli 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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