Dienstag, 15. Juli 2025

4126 Die Salbe

 



23:47.  Den kleinen, quadratischen, dünnen, gebatikten Polster, den mir vor vielen Jahren eines meiner Kinder gemacht und geschenkt hat, mißbrauche ich zusammengewutzelt zum Schonen meines schmerzenden Knies, indem ich ihn darunter lege, um mein Bein daran zu hindern, in eine völlig aus- oder gar durchgestreckte Lage zu geraten, die recht schmerzhaft ist, sondern es in einer leicht angewinkelten Position zu halten, die innerhalb des Schmerzspektrums die angenehmste ist. Anders kann ich im Bett weder liegen noch hocken, denn ganz abbiegen, heranziehen und angewinkelt aufstellen kann ich das linke Bein auch nicht.

Das Fenster ist offen, die Nacht ganz still. Der vertraute Blick in mein Zimmer Richtung großes Bücherregal. Das Bett ist frisch überzogen und ich habe mich noch nicht zugedeckt, weil ich erst das Auftrocknen und Einziehen der Salbe, die ich auf mein lädiertes Knie aufgetragen habe, abwarten will, denn ich mag nicht gleich wieder das frische Bettzeug beschmieren. Die Stille schrillt in meinen Ohren, die sich ohne großen Input von außen ganz auf mein Surren konzentrieren können. Von dieser Salbe und ihren Ausdünstungen werde ich ein wenig benommen; ich vermute, das ist der in der Creme enthaltene Alkohol, den ich überhaupt nicht vertrage, aber nachdem mir die chemischen Namen der Aufzählung der Inhaltsstoffe nichts sagen, weiß ich nicht wirklich, welche der Stoffe, die ich mit der Nase und der Haut aufnehme, mir so zusetzen.


(13.7.2025)


Peter Alois Rumpf Juli 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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