4083 Erstens so still
4:20 a.m. Ist die Morgendämmerung schön! Erstens so still, und dann dieses sommerlich-mollige Grau, aus dem sich das feste, sanfte Grün der Hofbäume schält. Nur straßenseitig im Nordosten gewinnen die Dinge schon schärfere Konturen und leuchtet noch der Morgenstern vor einem schon glänzenden Hintergrund. Wind kommt auf und rüttelt und schüttelt die Bäume im grauen Hof, aber alles noch so still. Andächtig lausche ich durch das offene Fenster hinaus und werde daraus nicht schlau, im Nordosten schreien die Krähen vom Augarten den Tag ein, während der Wind auch die drei Säulengleditschien zum stillen Tanzen bringt. Ein erstes Auto röchelt vor sich hin, bis die Tür klescht und der Fahrer Gas gibt und wegfährt.
Der Luftzug ist immerhin so stark, dass er auf meine Ohren drückt und der Holzrabe im Fenster schaukelt. Das Graue hat sich in mein Zimmer zurückgezogen und ich betrachte in dieser Dämmerung meine Bilder an der Wand, die sich so verheißungsvoll und so vielversprechend geben, wenn sie denn einmal im Licht sein werden. Ich habe den Geruch von Katzenpisse in der Nase, aber das kann nicht sein, denn hier gibt es schon lange keine Katze mehr.
(5.6.2025)
Peter Alois Rumpf Juni 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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