4077 Elegisch
1:57 a.m. Wieder ist es still. Eine kleine Mücke landet nach ihren im Versuch, dem Lichtkegel der Leselampe zu entkommen, ausgeführten und verzweifelten Tänzen immer wieder auf der aufgeschlagenen Notizbuchseite, und ich beginne zu sinnieren, ob das mit mir und meiner Schreiberei – oder meinem Leben überhaupt – nicht auch ähnlich ist, aber erlaube mir nicht, diesen selbstmitleidigen Gedanken weiter zu verfolgen.
Aus der Ferne rauscht ein elegisches Flugzeug über dem Himmel und verbraucht viel Energie und läßt viele umweltschädliche Abgase zurück. Elegischsein allein hilft also nichts und ist keine Rechtfertigung. Die Gegenstände, die ich anstarre, beginnen schon sich zu bewegen und das heißt wohl, dass ich sehr müde bin. Mir fallen die Augen zu und dann höre ich Stimmen. Sie reden jedoch so undeutlich und lassen sich viel zu schnell verscheuchen. Ich betrachte den vorgestern erst an die Wand getackerten Sturmwind der Werefkin und bewundere den hellen Bereich vor der Bar und ihre verlorenen Gestalten. Bei uns hier ist es windstill und das nächste Flugzeug zieht seine schmutzige Bahn unter den Himmeln. Amen. Schlafen.
(2.6.2025)
Peter Alois Rumpf Juni 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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