4071 Sketch
16:48. Here I sit broken hearted, payed a Penny and only farted. Weder sitze ich am Klo, noch habe ich einen Penny, Schilling, Groschen, Cent oder was auch immer bezahlt. Ich weiß auch nicht, warum der hingeschmierte Wandspruch auf der Herrentoilette der ÖH-Mensa – also die Österreichische Hochschülerschaft der Uni Graz war in einem Gebäude untergebracht, in dem sich ein Studentenheim und eine Mensa befanden – wem was gehörte und wer was betrieben hat, weiß ich nicht – ich weiß also nicht, warum mir dieser Satz nach über fünfzig Jahren eingefallen ist. Vielleicht hat mein Geist schon mit der Generalrekapitulation aller Lebensereignisse und Lebenseindrücke vorm Lebensende angefangen; immerhin war das die Zeit vom Jugendlichen zum Erwachsenen (soweit das hald (sic!) gelungen ist), in der sich die Kindheitsmuster auflösen wollen und gleichzeitig künftige Ästhetik, Humor, Ideologie etc zu verfestigen beginnen.
Die Assoziationskette heute lief über Kurt Sowinetz als Wiener Klofrau in der Opernpassage, ein Sketch aus den Sechzigerjahren, den ich einmal als Jugendlicher irgendwo im Fernsehen – wir hatten keines – gesehen hatte, eine Klofrau, die ständig Regenbogenpresse konsumiert und beim Besuch der Queen in Wien (1969) eigens vom eigenen Geld weicheres, schöneres und besseres Klopapier gekauft hat, weil sie dem königlichen Hintern nicht das ordinäre Häuslpapier, das dort aufliegt, zumuten will, falls die Queen hier vorbei kommt und aufs WC muß. Und weiter schwärmt sie vom Besuch der Schahs (von Persien natürlich; 1965) und dem mit diesem einhergehenden „Duft der weiten Welt“. Ich hab mich damals halb tot gelacht, aber warum mir das heute beim Mittagsschlaf eingefallen ist, weiß ich auch nicht (beziehungsweise will er uns nicht verraten – der innere Spötter). Ansonsten haben sich die Regenschauer verzogen, es hat aufgeklart und der Himmel ist nun einigermaßen blau.
Ach ja! Heute ist Christi Himmelfahrt! Wäre ich Christ, würde das mein höchster Feiertag sein, denn das ist es, worum es geht: dass jemand seinen physischen Körper mit seinem Energiekörper vereinigen konnte, sodass er oder sie mit der Ganzheit des Selbst in die Unendlichkeit eingehen kann, ohne den physischen Leib respektive dessen energetische Masse zurückzulassen und ohne sein oder ihr individuelles Bewußtsein zu verlieren. Und das meine ich ernst.
(Um 23:36 hatte ich heute 7691 Schritte gemacht.)
(29.5.2025)
Peter Alois Rumpf Mai 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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