4076 Der Zechen
16:47/48. (Ich mußte zweimal die Uhrzeit nachschauen, weil ich sie bei der ersten Kenntnisnahme sogleich nach dem Weglegen des Smartphones – wo ich die Zeit abgelesen hatte – schon vergessen habe.)
Ich lehne also vom Fitnesstraining erschöpft auf meinem Bett mit den zwei Pölstern im Rücken und habe gelesen (jüdische Theologie; das Buch war zur freien Mitnahme im Stiegenhaus unten ausgelegt) und bin dabei ein wenig eingeschlafen. Als ich die Augen öffne, sehe ich an meinem rechten Fuß, den ich verschränkend – also an den Knöcheln überkreuzt – über den linken gelegt habe – der rechte Fuß liegt mit seiner rechten Kante mit der Stelle unter der kleinen Zehe im Zwischenraum zwischen großer Zehe und der zweiten des linken Fußes - eine recht schöne - und wie ich finde - friedliche Verschränkung – und ich trage wegen der sommerlichen Temperaturen heuer zum ersten Mal in der Wohnung meine kurze, schon recht schäbige und löchrige, aber kurze Hose – festgebunden mit einem absurden Strick mit fast ins Wahnsinnige irregeleiteten übergroßen Knöpfen an seinen Enden – somit kann mein nach vorne-unten gerichteter Blick meine schönen und schön ausgestreckten Beine wahrnehmen – ich sehe also, wie ich die Augen vom Schlaf öffne, zu meiner Überraschung am rechten Fuß eher links mitten am Rist – ich hoffe, die Bezeichnung stimmt – in Linie der großen Zehe einen neuen Zehen herauswachsen. So im Aufwachen schaut er ganz echt aus; Zehennagel hat er noch keinen, offensichtlich hat sich der zusätzliche Zechen auf dem Fußrücken noch nicht fertig entwickelt, aber er ragt schon mindestens einen Zentimeter heraus.
Erstaunlich lange bleibt diese Wahrnehmung bestehen, und ich will gar nicht hören, was mein Verstand dazu sagt, dass das nämlich eine optische Täuschung durch Licht und Schatten ist, hervorgerufen an einer Stelle, wo der Knochen, von dem ich nicht weiß, wie er heißt, aber der in der rückwärts Richtung Ferse laufenden Verlängerung des Knochens der große Zehe genau dort einen kleinen Wulst macht – völlig normal, würd’ ich sagen (die Ratio hat inzwischen die Herrschaft übernommen) verstärkt durch meinen noch verschlafenen Wahrnehmungsapparat. Leider! (Ich habe nachgeschaut: es müßte der Mittelfußknochen der großen Zehe sein – der Tipper.) Und die Moral von der Geschicht’? Die Geschichte hat keine.
(1.6.2025)
Peter Alois Rumpf Juni 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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