Mittwoch, 8. Juli 2026

4538 Mit voller Wucht

 



7:35 a.m.  Die Angst am Morgen ist mit voller Wucht zurückgekehrt. Ich will noch schlafen, aber ich liege nur gelähmt vor Angst da und halte es kaum aus. Die Angst sitzt in der Leibesmitte (während die Trauer, die vermutlich später auftauchen wird, sich im Bereich des Herzens einnisten wird). Ein Regenschauer geht soeben los. Ich sehe ihn nicht, ich höre ihn nur. Und schon ist er wieder vorbei. Mir ist schlecht vor Angst. Ich habe mich schon aufgesetzt. Das hilft ein wenig, aber nicht viel. Die Angst kommt wieder heftiger in einem neuen Anlauf. Weil ich dabei mit geschlossenen Augen optisch so etwas Anrollendes wahrnehme, fällt mir eine Fiebervision meiner Kindheit ein, wo ich die rollende Kraft aus der Unendlichkeit als heranrollende Feuerbälle auf mich zurasen gesehen habe und wie sie gegen meinen Schutzschild vor der Leibesmitte prallen, um ihn zu zerbrechen. Wäre er zerbrochen, wäre ich gestorben.

Ich kann jetzt auch nichts essen, was sicherlich die Angst dämpfen würde, ich bekomme jedoch nichts hinunter. Ich überlege, die verordneten Medikamente abzusetzen, weil mir der Verdacht kommt, dass das hier ihre Nebenwirkungen sind, aber das getraue ich mich auch nicht, weil dann Blutdruck und Cholesterin wieder hochschießen könnten. Mir ist schlecht. Ich werde mich zwingen müssen, das Müsli hinunterzuwürgen, aber dafür muß ich es aus dem Bett schaffen.


(8.7.2026)


©Peter Alois Rumpf    Juli 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

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