4528 Beim Erbsenbach
16:46. Ich sitze im Wald und die kleine Wanderung war märchenhaft. Märchenwald ist er keiner, denn mit Fabelwesen scheint er nicht bestückt zu sein, aber auch kein ganz irdischer, wilder Wald mit wilden, gefährlichen Tieren, sondern ein Wald im Stadtgebiet von Wien mit angelegten und markierten Wegen, mit Schildern und bei dem windstillen, heißen Nachmittag mit Autolärm von der Sieveringer Straße statt Waldesrauschen. Rehe habe ich hier schon einmal gesehen, Fuchse und Co leben sicher auch in diesem Waldstück, aber keine Bären und Wölfe – obwohl mich soeben ein illegal freilaufender Hund, den ich nicht gleich bemerkt habe, erschreckt hat. Jetzt kommt sogar etwas Wind und damit ein leichtes, aber deutliches Rauschen im Wald auf. Der Weg zum und dann vom Reisser Kreuz durch die Weingärten in der prallen Sonne war sehr heiß; der Aufstieg zum Häuserl am Stoan – bei mir nenne ich diesen steilen Weg den Mini-Pliënten-Sattel-Steig – obwohl da einige Welten und Kilometer zwischen dem und dem echten Anstieg dort liegen – also den Aufstieg zum Gasthaus habe ich trotz großer Hitze erstaunlich gut geschafft. Dort habe ich ein Soda-Zitron getrunken. Dann bin ich weiter zum Ebsenbach hinüber und hinunter (Stand jetzt: 10 843 Schritte) und nun raste ich auf einer Bank. Im Gehen habe ich mir eine tolle Geschichte ausgedacht, aber jetzt fallen mir nur noch ein paar Bruchstücke ein, die ich gar nicht mehr zusammenbauen kann. Gut, dann stecken wir das Schreibzeug wieder in mein Albertinatascherl und schauen die Bäume an und durch Laub und Gebüsch die vorbeifahrenden Autos am anderen Ufer des Ebsenbaches. (Die Brille beschlägt sich andauernd vom Schweiß.)
(17.6.2026)
©Peter Alois Rumpf Juni 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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