Dienstag, 26. Mai 2026

4477 Das Schwimmen

 



14:49.  Im Garten bei den vielen Hollerbüschen habe ich gerade einen Durchhänger. Ich bin müde und erschöpft, kraftlos, aber der Holunder duftet und der Autoverkehr rauscht, die Vögel singen (heute habe ich zizibee herausgehört), Kinder jenseits der hohen Hecke rufen in ihrem Spiel. Mächtige Roßkastanienbäume und noch mächtigere Pappeln, eine leichte Brise, der Himmel blau, nur ganz wenige weiße Wolken am Horizont, ein paar wenige Schleier, eine Waldtaube ruft ihr guruguruuh. Die Laube gewährt mir Schatten und Schutz. Ein Kinderfahrrad steht ungerührt in der frisch gemähten Wiese. Ein blauer Fleck auf der aufgeschlagenen Notizbuchseite. Mein Magen knurrt. Schmetterlinge (ich sehe nicht so viele), eine Krähe ruft und eine andere antwortet, ein Flugzeug mit Kondensstreifen. Mir ist es fast ein wenig zu heiß und zu sonnig. Schnell beschleunigte Autos weiter weg, klingt fast wie ein illegales Autorennen; Folgetonhorn während ein Plastikbehälter auf Steinplatten verschoben wird (es klingt so, sehen kann ich es nicht). Ich bin so müde, eine Fliege landet auf meinem letzen Knie, Badekleidung hängt zum Trocknen in der Sonne; ist das dort eine junge Libelle? Die Fliege vom Knie ist jetzt auf die aufgeschlagene Notizbuchseite gelaufen und rennt dort hektisch und nervös, wie in Panik, hin und her, bevor sie wieder auf das Knie zurückkehrt und dort verweilt. Das vermeintliche Autorennen könnten auch Motorräder gewesen sein, fällt mir jetzt ein. Aber so deutlich habe ich das Geräusch nicht mehr im Ohr, als dass ich das sicher überprüfen kann. Ein Flugzeug ist zu hören, aber ich sehe es nirgends. Oder doch: ganz hoch oben, der Kondensstreifen ist schon fast zur Gänze aufgelöst. Meine liebe Frau will, dass ich mit ihr schwimmen gehe.

Schön war’s, das Schwimmen. Erfrischend.


(23.5.2026)


©Peter Alois Rumpf   Mai 2026   peteraloisrumpf@gmail.com

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