4475 Stille Fröhlichkeit
22:35. Das Fenster habe ich soeben geschlossen und ein wenig tanzt der hölzerne Fensterrabe noch. Heute bin ich nicht übermüdet und meine Augen sehen so weit noch klar. Still ist es, ich habe meine Füße mit den Zehen hochgestellt, während sich die Fersen in die Matratze pressen, damit meine herangezogenen Beine nicht davonrutschen. Still ist es, und eine seltene, aber häufiger auftauchende ruhige Fröhlichkeit umhüllt mich. Irgendwo scheppert kurz ein Fenster. Oder eine Tür. Jetzt gehen doch die optischen Verschiebungen los – zum Beispiel wirkt es so, als würde die frankophone Schweizerin wie in einem Lift abwärts fahren, aber sie rührt sich nicht von der Stelle. Diese optischen Verschiebungen stören mich gar nicht. Ich finde sie interessant. Ich bette mich jetzt zum Schlafen. Und wenn ich noch nicht einschlafen kann, will ich nur in die stille Nacht lauschen. Hier, mitten in der Stadt.
(21.5.2026)
©Peter Alois Rumpf Mai 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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