4473 Scheißt nicht
8:11 a.m. Der Acht-Uhr-Hubschrauber nervt gewaltig; sein aufgeregtes Geflatter und Geknatter – und er fliegt nicht einfach von a nach b, sondern hin und her, vielleicht irgendetwas umkreisend – ich kann ihn ja nicht sehen – mein Nervensystem jedoch ist alarmiert im wörtlichen Sinn, denn es muß sofort an Krieg denken. Soviel ich weiß, geht es um Verkehrsüberwachung. Ich kann mir nicht helfen, ich finde dieses Getue und diesen Aufwand maßlos übertrieben und selbst als technische Notwendigkeit aus der Logik des verhätschelten Autoverkehrs fragwürdig.
Nun hocke ich also verschlafen im Bett, die linke Seite des aufgeschlagenen Notizbuches zwischen Zeige- und Mittelfinger der Richtung Faust eingekrümmten linken Hand geklemmt und festgehalten und kämpfe gegen die zufallenden Augen. Also kämpfen ist übertrieben – gegen die Augen! Gott bewahre! - ich versuche einfach, nicht mehr einzuschlafen.
8:29 a.m. Und wenn wir schon beim Herummeckern sind: Mir geht die ärztlich verordnete Blutdruckmesserei zweimal am Tag gehörig auf die Nerven: ich sammle Liste um Liste voll mit den erhobenen Messdaten; kein Arzt schaut sich das an; wenn der Blutdruck dann einmal höher ist, bin ich gleich alarmiert und aufgeregt und kenne mich nicht aus. Was tun? Denn ich kann nicht nachvollziehen, warum er meistens bei 130 plus minus herumkrebst und dann plötzlich und trotz der Medikamente auf 140 und mehr hinaufschießt und auch nicht, warum und was das bedeutet (so wie eben).
(Übrigens: eine Premiere: er hat heute tatsächlich Schreibzeug und Brille mit aufs Klo genommen, sitzt jetzt am Thron und schreibt, aber scheißt nicht – der innere Spötter.)
(21.5.2026)
©Peter Alois Rumpf Mai 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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