4291 Eine Zumutung
11:44 a.m. Der unsägliche, widerliche – verdammt! Jetzt fällt mir nicht einmal dieser Name ein! Dabei habe ich ihn erst bei der Fixierung der Teilnahme unser Fußballer an der Fußballweltmeisterschaft 2026 gehört – und dorten kann ich das auch verzeihen, das I am from Austria – singt. Ich kann sein Gesicht vor mir sehen, kann seine Stimme in meinem Inneren – obwohl inzwischen ein anderer Song eines anderen Interpreten läuft – abrufen – der in Österreich weltbekannte Name liegt mir auf der Zunge, aber will und will mir nicht einfallen – während ich das hergeschrieben habe, hatte ich schon mindestens sechs Mal den Eindruck: jetzt, jetzt gleich fällte er mir ein, aber nein, die heranschwebende Erinnerungsblase zerplatzte jedesmal. Damit das klar ist: natürlich weiß ich, wer das ist, nur der Name ist weg (Namen werden angeblich in einer separaten Gehirnregion gespeichert) – also ein unsäglicher, widerlicher Dingsschlager wurde in der Radioberieselung im Café im Boesner unter der Kirche 4 abgespielt. Jetzt ist übrigens ein erträglicher alter Hit, dessen Name und Interpret mir auch nicht einfallen will – aber den will ich jetzt nicht suchen – dran. Ah! Jetzt hab’ ich’s: Reinhard Fendrich! Ich finde, beim Boesner, wo auch Künstler einkaufen und verkehren, sollten die Pächter des Cafés vertraglich verpflichtet werden, ein höheres musikalisches Niveau einzuhalten! Das ist ja nicht auszuhalten! Eine Zumutung! Sicherlich, es sind die Künstler selber schuld, wenn sie alle hier einkaufen und deswegen all die anderen, kleinen Geschäfte des Künstlerbedarfs eingegangen sind (erstens: hast du diese Behauptung, nämlich dass die kleinen Geschäfte alle eingegangen sind, auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft? Und zweitens: ist dieses Herumschimpfen und die aggressive Arroganz letztlich und à la longue wirklich besser als jammern? - der innere Spötter). Der Kaffee ist schon gut hier; am Fenster habe ich Aussicht auf Straße und Parkplatz, auch nicht sooo toll – obwohl mir der Weg von der U-Bahnstation Simmerring da herunter stadtlandschaftlich irgendwie gefällt – trotz dieser typisch scheußlichen Stadtrandarchitektur da herunten. Ich habe vor, gleich hier herinnen meine neu erstandenen Bleistifte und damit meine Zeichenlust auszuprobieren, aber ich weiß noch nicht, ob ich mich traue und ob ich es mir zutraue. Soeben parkt vor meinem Sitzplatz ein SUV ein und verstellt mir die Sicht (bei den normalen Autos daneben sehe ich drüber). Die gehörten wirklich sonderbesteuert, die nehmen unverschämt viel Raum ein; dem seine Schnauze stößt fast an die Fensterscheibe bei meinem Sitzplatz und seine Höhe verdeckt mir den Ausblick auf das bisschen Horizont und Gegend, das es hier gäbe, die zu zeichnen ich versuchen wollte.
Den ersten Versuch seit Jahren zu zeichnen habe ich absolviert. Ich bin nicht zufrieden, aber verwerfe meine Zeichnerei noch nicht zur Gänze. Es dürfte weitere Versuche geben. Meine Hand ist – was sie vielleicht immer schon war – so ungelenkt und patschert.
(20.11.2025)
©Peter Alois Rumpf November 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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