Dienstag, 11. November 2025

4285 Wohinein?

 



10:49 a.m.  Ich bin auf der Brücke gestanden und habe die Donau, die Sonne, den Wind und die Erde gegrüßt. Und mir beim Runterschauen ins Wasser gedacht: es ist gar nicht schad’ um mich; die paar hingeworfenen Texte rechtfertigen nicht meine Ansprüche und auch sonst nichts. Ich sollte einfach still und dankbar sein und keinen Bahöö veranstalten. Andere sind … zwei Männer kommen ins Café, reden überlaut und selbstverständlich und vorbei ist es mit meiner angeblichen „Demut“. Sie reden auch blöd, finde ich. Arrogant über andere (hahaha, hihihi – der innere Spötter). In ihren Firmen vermutlich mittlere Führungsetage, oder doch eher unten gerade noch über den Arbeitern. Ingenieure? Die dialektal-technoide Sprechweise würde passen. Der eine unterschreibt ständig irgendwelche Listen, eine nach der anderen blättert er um und unterschreibt oder paraphiert. Anwesenheitslisten? Arbeitszeitbestätigungen? Arbeitsstatistiken? Deportationslisten werden es hoffentlich keine sein.

An und für sich ist es jetzt eher leer hier: die idealen Bedingungen für meine schwermütig depressive, jämmerliche Schreiberei, aber das unwegschiebbare Gerede der zwei läßt mich nicht einsinken (wohinein? Ins wohlige Selbstmitleid? - der innere Spötter). Der eine korrigiert den Spruch Geld regiert die Welt auf Geld regiert jeden. (Du, Peter, wirst ihnen schon Unrecht tun. Du weißt nichts, kennst sie nicht und hörst schlecht – der innere Spötter.) Sie habe Angst um ihre Arbeitsplätze; auch darüber reden sie indirekt: sie betonen, dass sie eh alles im Griff haben, aber das Thema Kündigung und ihre Folgen beschäftigt sie. Über Frauen reden sie auch (und da willst du dich aufregen? Gerade du?! - der innere Spötter). Besser ich geh spazieren (gell, das ist schon ungeheuer arrogant und unverschämt anspruchs-voll, die Welt um dich herum nach deinen Ansprüchen gestaltet und leergeräumt zu erwarten! - der innere Spötter).


11:40 a.m.  In den Höfen des alten AKH ist es doch kalt, denn die durchaus noch wärmende Sonne kommt kaum über die Dächer herauf. Und ein Schauer von abfallenden Kastanienblättern hat mir am Weg hierher mein nahes Endstadium angezeigt. Wurscht, ich muß ja nichts mehr wollen. Außerdem habe ich eine Bank gefunden, die noch von der dunstschwächelnden Sonne erreicht wird.


(11.11.2025)


©Peter Alois Rumpf November 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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