4280 Vom Westen
13:58. Heute ist einiges anders: ich habe mich dem Espresso Burggasse nicht von Osten, sondern vom Westen her (genau: 292°NW genähert), weil ich vorher übern Dehnepark zu den Steinhofgründen raufgewandert bin und die Johann-Staud-Straße hinunter und über die U3 hierher. Und ich habe kein Frühstück, sondern eine köstliche Lasagne gegessen, ein Luxus, den ich mir mit richtig schlechtem Gewissen erlaubt habe (Weihnachtsgeld!), indem ich den festen Vorsatz gefaßt habe, danach sofort mit solchen Exzessen und Extratouren wieder aufzuhören. Nur mein schlechtes Gewissen kann ich nicht gänzlich abwürgen. Und, was auch anders ist: ich esse danach beide meinen Cappuccini beigelegten Schnittchen. Das alles ist heute anders und vermutlich noch einiges mehr (πάνα ῥεῖ), das ich nicht aufschreibe oder registriere, sei es aus Unaufmerksamkeit, sei es aus Dummheit oder (vel) Ignoranz. Der (wirklich) alte Mann an der Bar, wo er gerade etwas bestellt, wippt fröhlich zur Musik aus den Boxen (ist es eigentlich notwendig, dass du immer aus den Boxen dazuschreibst? Ist das in einem Lokal tagsüber meistens nicht eh fast selbstverständlich? - der innere Spötter).
Ich schaue wieder einmal zum Hirschen in der Nische oben hinauf. Nur kurz, weil ich nicht weiß, wohin mit meinen Augen (beruhige dich! Jetzt, beim Schreiben, hast du sie eh brav auf den Seiten deines Notizbuches – der innere Spötter). Das schlechte Gewissen bekomme ich nicht weg. Mein innerer Kompass sagt mir: das steht dir nicht zu! Du lebst von anderen und schleuderst das wenige Geld, das dir aus eigener Leistung rechtmäßig zukommt, leichtsinnig und unsolidarisch zum Fenster hinaus. So geht das nicht! (Muß gehen! - der innere Spötter) (da schau her! Der innere Spötter ist auf meiner Seite! - der Kaffeehaussitzer) Also gut: gehen wir hald (sic!) nach Hause und machen den Geschirrspüler. Das ist übrigens heute auch anders: ich werde nicht nach Hause gehen, sondern öffentlich fahren.
(6.11.2025)
Peter Alois Rumpf November 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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