Montag, 3. November 2025

4273 Die schöne Hand

 



15:05.  Nach einem Menü mit Grießnockerlsuppe und Forelle, gebraten, mit Petersilkartoffeln, einer halben Susitorte (also: Schöne Perle), liege ich wieder auf meinem Bett, habe gelesen und überlege, was ich am letzten Oktobertag schreiben könnte. Auch jetzt ist es hier so still, dass meine Seele fast loslassen will und wegfliegen, in die größere Stille hinein. Aber nein, lächle ich in mich hinein. Ich hole tief Luft und atme sie mit einem Seufzer aus. Eine schöne, leichte, schwermütige Heiterkeit ist da, und auch jetzt pickt mein edler Pilotstift ein wenig an den drei Fingern (Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger) meiner rechten Schreibhand (Piloten ist nichts verboten und nicht mit der schirchen Hand! Nimm den Stift in das schöne Handi! - der innere Spötter). Deswegen schreib ich rechts. Es ist schon etwas wie Dämmerung (Götterdämmerung? - der innere Spötter) in meinem Zimmer, nur am Fenster ist noch graue Helle und das gelbe Licht der Leselampe um mich bringt Geborgenheit. Das ist mein Asyl, mîn lêhen, mein Gnadenhof, mein Ausgedinge, mein sicheres Abstellgeleis. In solchen Momenten möchte ich hier auf Erden mit nichts und niemandem tauschen (Sorgen machen ihm nur die vielen Schreibfehler, Verschreibungen, ausgelassene Buchstaben und Silben, was er als Probleme im Gehirn identifizieren will, und der jetzt einsetzende hartnäckige Husten, der sich anfühlt, als wäre Wasser in der Lunge, als Problem mit dem Herzen – der innere Spötter).


(31.10.2025)


Peter Alois Rumpf Oktober 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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