Dienstag, 28. Oktober 2025

4263 Bahnsteig 9

 



20:18.  Ich sitze am Hauptbahnhof sehr ungemütlich; die zwei Wartebereiche sind offen in einem zugigen, ungeschützten, unruhigen Durchgang zwischen den Aufgängen zu den Bahnsteigen und den zwei Hallen sozusagen, voll besetzt, ich kann mich nur langsam beruhigen. An richtiges Schreiben ist nicht zu denken (sonst schreibst du richtig? - der innere Spötter). Die Hektik hier – nicht verwunderlich natürlich – setzt mir zu. Wahrscheinlich ist meine Art zu gehen zu machen einen Spaziergang und meine Art zu leben die Einsiedelei. Einige Gäste hier wirken betrunken; auch das ist mir unangenehm. Hinaufgehen zu den Bahnsteigen, wo es freier ist, will ich noch nicht; ich bin für die Kälte zu leicht angezogen. In zehn Minuten sollte der Zug ankommen. Vier Minuten Verspätung. Das geht. Wenn es dabei bleibt. Ich zwinge mich, auf gleichgültig und gelassen zu spielen. Es soll sich ja niemand Sorgen machen (richtiger gesagt: er will auf-Teufel-komm-raus vermeiden, die Aufmerksamkeit irgendwelcher Rowdys oder Obrigkeitsschergen auf sich zu lenken – der innere Spötter). Na gut, ich geh rauf zu Bahnsteig 9.


(25.10.2025)


Peter Alois Rumpf Oktober 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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