Donnerstag, 20. November 2025

4287 Sprich:

 



12:16.  Heute ist der Ofen aus. Im Hinterzimmer (Kaminausschleifen, wie die Chefin erklärt). Über einer schwarz gekleideten Dame am Tisch gegenüber mit dem rabenschwarzen Haar schwebt das bronzene Segelschiff à la Fünfzigerjahre. (Wen’s interessiert: ich ziehe meinen orangenen Pullover aus und das abgelegte Sakko an.) Was das Segelschiffrelief, ich meine die Wanddekoration, betrifft: seine Farbe ist bronze; aus welchem Material es ist, weiß ich nicht; wiewohl ich auf Blech tippen würde. Die schwarze Dame zieht einen roten Schal an und geht. Außer ihrem Schal sind alle sichtbaren Kleidungsstücke und ihre Handtasche schwarz, nur ihre schwarzen Schuhe haben drei weiße Streifen. Ich warte auf meine Tochter, mit der ich verabredet bin; sie will mehr über die problematische Familiengeschichte – sprich: die Verstrickung meiner Herkunftsfamilie in den Nationalsozialismus – erfahren. Bei diesem Thema bin ich unsicherer denn je, was meine Reaktionen und Gedanken und Überlegungen betrifft; sprich: die Ahnung, wie sehr meine innere Welt (auch mit ihren äußeren Folgen) gegen meine bewußte Absicht darin verstrickt ist; sprich: unbewußt den ererbten destruktiven Mustern folgt.

Jetzt fällt mir der wirklich schöne Schatten des Segelschiffes an der blauen Wand auf. Ich schätze: es stellt ein barockes Kriegsschiff mit neun Kanonen an jeder Flanke dar. Ein echtes Relief ist es eigentlich auch nicht; ich weiß nicht, wie so etwas heißt, wenn wie hier eine Wandskulptur aus einem halben Schiffskörper plus Masten und Segeln aus – wie ich vermute – Blech gebaut ist, aber ich verspreche, das zu recherchieren (über Wanddekoration bin ich nicht hinausgekommen – der Tipper).


(12.11.2025)


©Peter Alois Rumpf November 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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