Freitag, 16. Mai 2025

4057 Der Anblick von Bäumen

 



13:06.  An der faden Schiffamtsgasse gegenüber dem wahrlich hässlichen Amt für Eich- und Vermessungswesen beim amtlichen Kaffee. Was sich auf der Straße abspielt ist völlig uninteressant, vor allem weil sie ziemlich zugeparkt ist; der Schanigarten rettet das Ambiente nicht mehr (so rette dein eigenes Leben – der innere Spötter). Ich glaube, ich werde nicht mehr oft hier her kommen. Ich sitze wie auf Nadeln. Nur mein Trotz läßt mich nicht aufspringen und weggehen. Warum bin ich überhaupt her gekommen? Weil ich plötzlich zu Hause nicht mehr wußte, was tun. Es ist mir kein Museum eingefallen, das ich besuchen wollte (für Nicht-Eingeweihte: meine Frau arbeitet als Tagesmutter, das heißt: ich kann zu den Öffnungszeiten in der Wohnung nicht laut Musik hören, oder tanzen oder einfach so herumspringen). Eine neue Lektüre kann ich noch nicht beginnen, weil ich das soeben gelesene Buch erst seelisch verarbeiten muß (manchmal vergesse ich, welche Möglichkeiten ich trotzdem habe). Also dachte ich: ich geh auf einen Kaffee in der Nähe und lese den Standard. Aber es passt heute nicht. Ich weiß nicht wirklich, wieso. Das ist für mich kein Schreibort, ich gehe.

Am Heimweg habe ich einen Umweg genommen, wo ich gewöhnlich nicht gehe, um mir wenigstens ein bißchen anderen Input zu beschaffen; vielleicht hilft es. So bin ich zur unerträglich stark und laut und schnell befahrenen Oberen Donaustraße gegangen, habe sie bei der Fußgängerampel, die nicht und nicht umschalten will, überquert und bin oben auf Straßenniveau ein Stück am Fluß entlang geschlendert und durch den Wilhelm-Kienzl-Park (Der Evangelimann) an der Johannes-Nepomuk-Kapelle vorbei – der Anblick von Bäumen und fließendem Wasser ist sicher nicht schlecht.


(16.5.2025)


Peter Alois Rumpf Mai 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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