Mittwoch, 14. Mai 2025

4053 Die Sanduhr

 



1:34 a.m.  Ich habe mir so lange und gründlich die Zähne geputzt, dass ich die Sanduhr fünf Mal umdrehen mußte (kann frau/man sich darunter etwas vorstellen? - der innere Spötter). Ausgerechnet jetzt zieht ein Hubschrauber über die Häuser. Immerhin ist er schnell hinweg. Im Gegenlicht und bei dieser Nähe und der dadurch entstandenen Lichtstreuung schaut die Oberkante meiner Lesebrille wie ein leuchtender Ring des Saturn aus (um nicht zu sagen: wie ein dickerer, unter die Stirn herunter gerutschter raffaeilitischer Heiligenschein – der innere Spötter). Mein Geist rudert und fuchtelt in Abwehr verschiedener Anschuldigungen – die kommen alle aus meinem Inneren – sozusagen mit seinen Armen herum, aber allmählich wird er ruhiger, wie ich da so im Zimmer umherblicke. Ich bin so dankbar für dieses Asyl (wenn er auch immer wieder von einem Haus im Grünen, wo man Landschaft, Wolken und Wetter sehen kann, träumt – der innere Spötter). Unten im Stiegenhaus kleschen irgendwelche Türen. Am Land würde ich die Leute nicht aushalten; seit dem Bundespräsidentenwahlkampf 2016 bin ich mir dessen gewiß. Mein Leben scheint mir eine ganz, ganz fragile Geschichte zu sein; meine Existenz erst recht. Und jetzt? Jetzt lese ich eine Kurzgeschichte von Murakami (Auf einem Kissen aus Stein).


(14.5.2025)


Peter Alois Rumpf Mai 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]

<< Startseite