4046 Mein Zimmerchen
1:36 a.m. Ach, meine kleine Kammer, mein liebes Zimmerchen, meine bescheidene Kemenate, mein schöner Rückzugs- und Erholungsort, wie bist du so still! Du bist so still und ruhig, dass ich fast weinen könnte vor Glück (oder sei’s auch Wehmut). Um diese Uhrzeit bist du das Zentrum der Welt.
Und ich hocke darin an das Bettgestell gelehnt und betrachte – mehr oder weniger aufmerksam, mehr oder weniger ausdauernd – meinen Reichtum (im Licht bloß der Leselampe ist die Sicht natürlich etwas eingeschränkt). Meine rechte große Zehe juckt und ich bewege sie auf und ab, bis sich der Juckreiz aufgelöst hat. Meine linke Hand hält nicht verkrampft das Notizbuch, sondern hat sich – zu einer lockeren Faust geballt – auf dieses gelegt. Ein paar Gedanken über den heutigen Bücherkauf und die Bestellungen wandern noch durch mein Gehirn, ansonsten kreist und mäandert meine Aufmerksamkeit nur lose herum. Fast idyllisch das Ganze. Der Fensterrabe an seinen Nylonschnüren schwebt in sachter Bewegung selbstständig und frei vorm Fenster und mein Geist ist vor Müdigkeit kaum in der Lage, diesem hingeschriebenen Unfug zu widersprechen. Nein, er will wirklich nicht. Dann lassen wir es für heute gut sein.
(7.5.2025)
Peter Alois Rumpf Mai 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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