4014 Grün und Blau
9:40 a.m. Heute fällt mein Morgenblick auf die grünen und blauen Bände Taulerpredigten und Sentenzen Thomas von Aquin. Erstaunlich, denn die habe ich sicherlich schon jahrelang nicht mehr aus dem Regal gezogen. Sie stehen sehr nahe bei der frankophonen Schweizerin und vielleicht habe ich mich bloß ein paar Zentimeter weiter rechts im Bett aufgesetzt und somit mein Blickfeldzentrum verschoben. Warum fällt mir jetzt der Kärntner-Grazer Ex-Maoist ein? Wegen des „scholastischen“, spezifischen pseudodialektischen Frage-Antwort-Spiels? Wegen „Was sagt uns das? Das sagt uns …“? Mein Blick hängt jetzt doch lieber bei der ein Viertel entkleideten frankophonen Schweizerin; obwohl ihr Körper etwas Bäuerliches, Hartes hat, wirkt sie aus der Entfernung viel weicher. Ahja! Und unter den oben genannten Büchern liegt der schwarze Vesuvstein, der ganz unauffällig beinahe im Schatten verschwindet. Ich stocke im Schreibfluß, weil der Gedanke auftaucht, dass meine Schreiberei sinnlos ist und nicht gerechtfertigt; ich habe ja nichts zu sagen und kreise nur um mich selbst. Stimmt das? (die Ankläger stehen schon parat). Oder wird dabei doch etwas brauchbar beschrieben? Ich drehe es hin und her und kann mich für keine Antwort entscheiden. Die frankophone Schweizerin wirkt jetzt sehr rund und der Vesuvstein ist jetzt – vielleicht wegen dem besseren Licht – deutlicher.
(31.3.2025)
Peter Alois Rumpf März 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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