Freitag, 28. März 2025

4013 Auf! Zack! Zack!

 



12:13.  „Na, Bruder Stalin! Jetzt verflüchtigst du dich, nachdem ich dich von hinten identifiziert habe!“ sage ich zum Fußboden und die Muster an der angegafften Stelle auf den Fließen des Badezimmerbodens zerfallen wieder in abstraktes Gesprengsel. Die Tageskinder unten vollführen ihr selbsterfundenes, tägliches Ritual vorm Schlafengehen, in dem sie laut „Saurier!“ rufend vor eben diesem herbeigerufenen Ungeheuer davon und wenn auch nur im Kreis laufen und so ihre restlichen Energien hinausarbeiten, bis sie endlich müde sind. Meine Gedanken und Assoziationen taumeln nun in meinem äußerst mageren Wissen über Dinosaurier umher und kommen nicht weit. Wovor fliehen eigentlich meine Gedanken und Bilder? Mit einem tiefen Atemzug hebe ich meinen Brustkorb (heben ist absolut exakt, denn ich lagere wieder auf meinem Bett und mein Brustkorb hebt sich tatsächlich, wenn auch schräg, nach oben. Also gegen die Erdanziehungskraft ungefähr Richtung Zenit. Wie in jedem Moment, egal zu welcher Tageszeit, wenn sich meine Aufmerksamkeit ob absichtlich oder zufällig auf die umgebenden Geräusche richtet, höre ich meine inneren Sirenen schrillen. Das fällt mir jetzt besonders auf, weil die Tageskinder ihren Run beendet haben und nun beim Einschlafen still geworden sind. Dafür rauscht jetzt im Lichtschacht eine Lüftung oder Klimaanlage. Ich empfinde es jedoch hier und jetzt immer noch als still. Ich spüre auch einen Druck in den Ohren und darin ein leichtes Pochen, das auch den inneren Singsang leise moduliert. Was heißt innerer: ich höre das Surren in meinen Ohren schon so, als wäre es draußen in der Welt (wer weiß! - der innere Spötter). (Ach! Innerer Spötter! Ich wußte gar nicht, dass du auch konstruktiv sein kannst! - der andere innere Spötter.) (Oder anders gesagt: wenn das Surren etwas mit dem Verschieben des Montagepunktes zu tun hat – schließlich hat man das gern bei Fieber, großer Müdigkeit, sonstiger Erschöpfung, vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen – dann kann es tatsächlich mit erweiterter Wahrnehmung zu tun haben: also von draußen kommen – P.A.R.)

Raus aus diesem diffusen Zwischenstadium - auf! – zack! zack! - nehme ich mir vor, das Ganze jetzt gleich vorm Gang ins Fitnessstudio abzutippen. (Nebenbei gesagt: ich mag diese Anhäufung von drei Konsonanten bei zusammengesetzten Wörtern nicht – in der alten Rechtschreibung hat man uns für intelligent genug gehalten, das zu überreißen und uns einen Buchstaben erspart – was ein lockereres Verhältnis zur Rechtschreibung bedeutet – aber das da ist mit den drei s schon so schön absurd, dass ich es aus aufmüpfigen Gründen nach der neuen Rechtschreibung korrekt schreibe.)


(28.3.2025)


Peter Alois Rumpf März 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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