Dienstag, 25. März 2025

4007 Aufziehschnur

 



15:39.  Im Zimmer ist es dunkel geworden und ich höre auf den Regen, wie er so erfrischend niederprasselt. Ein Gefühl von „endlich!“. Endlich fließen die Tränen; aber nicht bei mir. Dabei hätte ich genug Gründe (so oder so). Schon ist der Regenguß vorbei und es tröpfelt nur mehr nach. Von unten höre ich, wie der Holztisch abgewischt wird.

Ich lese. Dann lege ich alles weg, rolle mich ein und falle in Schlaf. Mit dem nächsten Regenguß werde ich wieder geweckt.

18:22.  Ich lese. Wie ich wieder aufschaue, ist es wirklich finster geworden. Ich drehe das Leselicht ab und lausche, blicke und fühle in die Finsternis hinein. Die Schnur an der Holzmöve über meinem Kopf - jene hatte sich an meiner Brille verhängt - schaukelt jetzt befreit mit ihrer kleinen Holzkugel am Ende der Aufziehschnur hin und her und meine Augen, die sich an die Dunkelheit gewöhnen, sind nun in der Lage, das graue, schwache Licht am Fenster als Leuchten wahrzunehmen. Es ist still und intensiv, bis unten die Yogagäste eintreffen. Ich erhebe mich, mache das große Licht im Zimmer an und schließe die Zimmertür, damit die Yoginis nicht gestört sind. Ich werde wieder ins Internet gehen.


(24.3.2025)


Peter Alois Rumpf März 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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