4590 Zerstückelter Rahmen
12:52. Mir ist nicht ganz gut. Nicht schlimm, aber ich bin erschöpft und beim Gehen wandelt es mich leicht (auch wenn keine Wände da sind – der innere Spötter). Vielleicht hilft die Droge Kaffee. Ich hatte mir verboten, auf meiner Stadtwanderung irgendwo einzukehren, aber umdisponiert, weil ich die Berggasse nur schwer heraufgekommen bin. In meinem Hirn und in meinen Sinnen spielt sich auch leicht Komisches ab, ohne dass es besonders lustig ist (aber so lange schreiben noch geht … - der innere Spötter). Auf einmal kann ich nicht mehr ohne Brille schreiben. Vorhin hat das problemlos funktioniert. Trotzig lege ich die Brille trotzdem weg. Es muss gehen. Ich drehe meinen Kopf hin und her und habe dabei den Eindruck, als würde sich ein Teil der Wirklichkeit da draußen mitdrehen. Ich fühle mich wieder so unzulänglich und überständig, aber diese leichte, wirklich nur leichte Übelkeit ist stärker und irritiert meine destruktiven Gedankenmuster und Denkgewohnheiten. Gottseidank. Zwei Hängelampen sehe ich schaukeln und sie schaukeln wirklich. So viel Realitätssinn traue ich mir noch zu. Die 08-15-Musik geht gerade noch. Zu wenig Schlaf! - fällt mir ein; heute habe ich eindeutig zu wenig geschlafen (erstaunlich, wie ihn irgendwelche windigen Erklärungen beruhigen – der innere Spötter).
Jetzt wird alles klarer, auch optisch. Ich vermute, dies ist eine Auswirkung des Kaffees. Auch meine Psyche richtet sich sozusagen auf (und kokettiert schon mit der Schwermut – der innere Spötter). Wenn sie das braucht, dann soll sie. Jedenfalls saust mein Geist schon wieder in meiner Geschichte und der meiner Herkunftsfamilie umher. Ich gehe raus in die Parks und Höfe des alten AKH, obwohl mir die Musik, die jetzt gespielt wird, wirklich gefällt (unbekannterweise). Und natürlich ist sie ordentlich schwermütig. (Im Hof 9) Unterlegt ist die Musik mit so Weh-Akkorden von einem E-Piano, eine weibliche Stimme singt darüber, dezentes Schlagzeug und Gitarren, sehr zurückhaltend. Das entmythologisierte Universum gibt nicht viel mehr her, als diesen zerstückelten Rahmen aus isolierten Akkorden, die sich wiederholen.
(24.8.2026)
©Peter Alois Rumpf August 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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