4586 Hauslimonaden
18:58. Mit meiner Frau auf (je) eine Hauslimonade in einem nahen Lokal. Weil sie unbedingt draußen sitzen will – das ist ja so toll, so urlaub, so frei! - muß ich jetzt den ganzen unangenehmen Rauchergestank riechen. Drinnen wäre es so angenehm leer (okay! Er ist immer noch unglücklich mit sich selber – der innere Spötter). Die Abendglocken läuten; ein Motorrad brettert vorbei (brettern kommt eigentlich vom Skifahren – der innere Besserwisser); das Sonnenlicht hängt noch an den Hausfassaden (es hängt? Hängt es wirklich? - der innere Spötter). Die Szenen, die ich sehe … ach was! … die beschreibe ich nicht! Keine Lust!
Durchs Oberlichtenfensterglas sehe ich an so undeutlichen Lichtzuckungen, dass sich drinnen der Deckenventilator dreht (was soll er denn sonst machen?! - der innere Spötter). Ich stochere mit den gläsernen Strohalm in der köstlichen Limonade herum und tauche die Zitronenstücke, die grünen Blätter und die Eiswürfel so richtig fest und wild unter. Durch die offene Lokaltür sehe ich, dass es drinnen Kerzenlicht in Glas gibt. Und Plakate an der Klotür. Manchmal kommt mir vor, ich spüre feine Wassertropfen auf Hand und Arm, aber Regen oder Nebel kann es nicht sein. Und Tau wohl auch nicht. Das Sonnenlicht klettert immer noch die Hausfassaden hinauf und wird von Schatten verfolgt (aber alles in Zeitlupe! In Zeitlupe! - der innere Spötter). Die silbrig glänzende Türschnalle an der Klotür sehe ich auch [eigentlich ist es nicht die Schnalle, sondern das Langschild (mußte erst die Fachbegriffe googeln – der Tipper), das er gesehen hat – der innere Korrektor]. (Halt die Gosch’n, du Arschloch! - der Autor.) An drei Tischen wird Karten gespielt. Fast nur junge Leute hier. Nachdem ich meine aufgeschlagene Notizbuchseite unabsichtlich mit Wassertropfen vom Limonadenglas benetzt habe, lasse ich das alles besser sein. Der Grant ist ein schlechter Coach-Hintergrund-Trainer-Berater-Sparringpartner-Lektor.
Die Gespräche heutzutage verstehe ich nicht mehr: sowohl akustisch, in der Wortwahl, von der Artikulation her, als auch inhaltlich nicht.
An dem einen schlichten Holzfuß der Sitzbank da vorne hängt ein kleines, welkes Blättchen an einem Spinnenfaden – vermutlich – und schaukelt im sachten Wind; wenn es nicht ein kleines Federchen ist. Unter der Bank ist es so dunkel.
(19.8.2026)
©Peter Alois Rumpf August 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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