Freitag, 12. Juni 2026

4507 Fast!

 



22:41.  Es ist unglaublich, welch immense Trauer mich plötzlich überkommen kann. Wie aus dem Nichts. Ich erkenne keinen konkreten Anlass. Ich vermute, dass sie aus alten Zeiten kommt (die wiederum nicht sooo alt sein müssen). Diese Trauer tritt sehr körperlich auf. Täusche ich mich oder macht sie mich sehr müde? Jedenfalls hocke ich schon im Bett, lasse die Geräusche der Umgebung und das Surren in den Ohren durch mich gehen, ebenso die verschwommenen Formen und Farben aus der optischen Wahrnehmung und lasse gelassen und gleichgültig die aufgescheuchten Staubteilchen vor meinen müden Augen schweben und langsam, wie in Zeitlupe, vorbeitanzen. Die kalte Luft läßt mich niesen und mein Geist ist auf Dramatik aus. Draußen wird er sie – solange alles so bleibt, wie es ist - nicht finden. Ich bin wirklich müde. So müde, dass mir fast zum Heulen ist. Fast!


23:44.  Ich habe noch ein bißchen gelesen. Und das hat mich gut von meiner Trauer abgelöst. Durch Horizonterweiterung, sozusagen.


(11.6.2026)


©Peter Alois Rumpf    Juni 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

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