4498 Standhalten
7:31 a.m. Es ist ein schöner Sommermorgen. Ich wache gut ausgeschlafen auf, die optimistischen Geräusche der aufgeweckten Stadt kommen beim offenen Fenster herein, nicht zu aufdringlich, eher wie ein Angebot zu einem tüchtigen Leben, aber mir fährt die nackte Angst ein, die mich innerlich zittern läßt und die meine Körpermitte bis zur Übelkeit traktiert. Ein großes Verzagen kommt über mich und der Gedanke, dass mir das alles zu viel ist. Ich weiß jedoch, dass dieser Zustand vergeht und vergesse das nicht und halte stand, aber vom Empfinden her würde ich am liebsten verschwinden, als wäre ich in der falschen Welt gelandet oder hätte an die falschen Tür geklopft. Langsam aber beruhige ich mich nun und langsam kann ich mit dieser Welt da etwas anfangen: ich verspüre leichten Hunger und denke an das Frühstück, ich stelle mir das sonnenbeschienene Draußen vor – hier herinnen in meiner Kemenate sieht man kein Sonnenlicht – denke an meine kleine Wanderung zur Psychotherapie heute und ob ich das hier zum Thema machen könnte, überlege, ob ich vorher auf einen Cappuccino ins Weltcafe einkehren soll und dort noch ein wenig schreiben, oder ob ich letzteres in den Parks des alten AKH machen könnte und dabei das Licht und all die Schatten vor allem der Bäume betrachten und zuschauen, wie ein möglicher Wind sie bewegt. Meine Atemzüge werden nun tiefer und gewinnen allmählich mehr Terrain, die Panik scheint sich auf einen winzigen Punkt irgendwo in der Leibesmitte zusammengezogen zu haben, aber dort sitzt sie nun und lauert und wartet auf die Gelegenheit für einen weiteren Ausbruch. Ein wenig zittert noch mein Kinn, aber jetzt einmal ist das Ärgste überstanden.
(Diese Angst ist übrigens nicht neu; er kennt sie schon sein ganzes Leben – der Tipper)
(8.6.2026)
©Peter Alois Rumpf Juni 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]
<< Startseite