4492 Alter Soul
11:40 a.m. Alter Soul aus den Boxen. Der Lichtengel asymmetrisch wie immer in letzter Zeit (wie fliegt es sich da?) (Dummkopf! Der Lichtengel reist als Energiekörper auf Bewußtsein – der innere Spötter). Meine alte Seele wird schon wieder etwas müde und traurig; aber das ist nicht schlimm. Ohne Schwermut kein Tiefgang (ha, ha, ha! Also wirklich! Oida! - der innere Spötter). Die eine Gast knotzt auf dem Barhocker mit Rückenlehne, als liege sie mit ihrer Rückseite zum Lokal auf einer Chaiselongue (ich habe mich soeben zu folgender Rechtschreibregel entschlossen: ich schreibe einfach die Gast und nicht die Gästin und ziehe das durch: die Lehrer statt die Lehrerin etcetera. Geschlechtszuordnung nur über den Artikel; ich will mir die lästigen -in und -innen-Anhängsel ersparen und außerdem sind Anhängsel nur in der weiblichen Form unwürdig) (und wie sind dann in deinem Plural zum Beispiel in die Käufer die weiblichen Käuferinnen repräsentiert? - der innere Spötter) (Auch wieder wahr! - der Schreiber).
Ich habe mich hier im Espresso Burggasse zum erstenmal mit dem köstlichen Hashbrown verwöhnt (der Tapfere! Dabei hat er sich das fast nicht bestellen getraut, aus Angst, das englische Wort gegenüber dem nativespeaking Kellner falsch auszusprechen. Ohne Umständlichkeiten ist es nicht gegangen, bis er es dann geschafft hat, das Wort irgendwie herauszumurmeln – der innere Spötter).
So! Und jetzt, wo das leere Geschirr weggeräumt ist und der zweite Cappuccino gekommen, kommt die REMbox auf den Tisch. Bevor ich sie aufblättern werde, gehe ich mir noch die Hände waschen (Janis Japlin aus den Boxen; mein Lieblingssong von ihr wäre Summertime). Die Chaiselonguefrau hat sich vom Platz erhoben und gestreckt. (Ich könnte ja im Singular mit der/die Gast arbeiten und im Plural generell mit dem femininen Plural) (wirkt jedoch bei - zum Beispiel - die Faschistinnen blöd, wenn die vorwiegend Männer waren und es dabei um ein patriarchalisches Projekt geht – der innere Spötter) (Auch wieder wahr! - der Schreiber). Vielleicht findet der Weltgeist bald eine bessere Lösung, wobei sich die Frage erhebt, ob und inwieweit man (!) über die Form den Inhalt erzeugen oder herbeirufen kann. Ich frage das ganz im Ernst; wahrscheinlich ist das Verhältnis Form – Inhalt doch dialektisch, oder? (ich suche im Internet vergeblich nach einem Cartoon mit Wickie, wie er mit Ski durch einen Wald fährt und erstaunt feststellt, dass die Spuren seiner Ski je eine links und eine rechts an einem Baum vorbeiführt. Das zum Thema Dialektik(kritik). In den Siebzigerjahren in der Kleinen Zeitung erschienen).
So! Jetzt schlage ich die REMbox auf.
12:43. Schon ein wenig überdrüssig. Wessen? Ich weiß es nicht. Sitzen? Soul? Lesen? Kaffee? Schreiben? Fronleichnam. Umzüge kann ich schon mögen. Aber ich bin drauß. Hier in der Burggasse ist viel los. Fast Volksfestcharakter (er übertreibt maßlos! - der innere Spötter). Letzteres hat nichts mit Fronleichnam zu tun, glaube ich. Ich mache meine Stadtwanderung. Zahlen.
(4.6.2026)
©Peter Alois Rumpf Juni 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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