4505 Durchs geschlossene Fenster
23:04. Es schüttet, aber diesmal ängstigt es mich, denn es kommt Wasser durchs geschlossene Zimmerfenster. Die aufschlagenden Tropfen, die zu hören ich so liebe, sind beunruhigend geworden. Gleich fürchte ich, dass meine kleine Welt zerbricht. (Ich schäme mich, das zu berichten, aber in einer ersten gelähmten Reaktion dachte ich wirklich „wenn jetzt mein letztes Asyl zusammenbricht, dann will ich nicht mehr leben. Ich habe doch schon vor zwei Jahren der Hausverwaltung gemeldet, dass mein Fenster undicht ist. Die Folge war eine aufwendige Sanierung des ganzen Lichtschachtes, sicher teuer, aber mein Fenster ist bei Starkregen wieder undicht. Ich will mir das nicht mehr antun, noch dazu, wo damals bei zur Reparatur ausgehängten Außenflügeln und bei einer schon Tage vorher in den Medien angekündigten, heftigen Gewitterfront keiner der Handwerker sich um die Abdichtung der offenen Fenster gekümmert hat oder gar mir bei meinen unprofessionellen Versuchen geholfen und ich das selbst irgendwie hinpfuschen mußte, um eine Überschwemmung in meinem Zimmer zu vermeiden. Ich kann das nicht mehr, ich bin alt. Und ich gehe nicht in die Obdachlosigkeit, niemals. Davor fürchte ich mich schon allein aus gesundheitlichen Gründen. Ich habe keinen Nerv mehr für solche Existenzkrisen“.) (Über die Berechtigung und Ernsthaftigkeit solcher Gedanken brauchen wir nicht diskutieren. Wir können nur festhalten, dass er offensichtlich eine Scheiß-Existenzangst hat, plus Scheiß-Lebensangst und Scheiß-Revierangst – der innere Kritiker.)
(10./12.6.2026)
©Peter Alois Rumpf Juni 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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