Freitag, 29. Mai 2026

4480 Lentivator

 



11:49 a.m.  Ausgedehntes, ausführliches (er hat seine Frau ausgeführt – der innere Spötter), aufgemotztes, nachträgliches Geburtstagsfrühstück für meine liebe Frau im Espresso Burggasse (er war es, der am meisten gefressen hat – der innere Spötter). Heute ist hier viel los. Gottseidank sitzen die Vielen draußen. Die Zeitungen kenne ich schon, die REMbox habe ich nicht mit, der asymmetrische (ich bin dafür, dass man sich hier ein m ersparen kann) Lichtengel strahlt wieder asymmetrisch. Mir jedoch rinnt die Nase, darum muß ich mich schleunigst schneuzen (Schnauze! Ihr Rechtschreibverbesserer!). Aber die Nase läßt sich nicht richtig schneuzen; ich kriege das Zeug nicht zur Gänze heraus und sie produziert anscheinend ständig nach und will unbedingt weiter rinnen. Der Ventilator wird gleich eingeschaltet werden – ich habe zufällig das diesbezügliche Gespräch zwischen Kellnerin und Kellner belauscht. Er – der Ventilator – dreht sich schon und bringt Bewegung in die Luftverhältnisse. Die Musik ist schön und wird ausschließlich von Sängerinnen bestritten (warum heißt das bestreiten? Hat das mit streiten zu tun?). (Ja – der Tipper.) Der Ventilator dreht sich übrigens gegen den Uhrzeigersinn – vom äußeren Betrachter aus gesehen; vom Motor aus gesehen im Uhrzeigersinn. Wurscht! Die Musik ist immer noch weiblich gesungen und sehr schön. Nennt man das hier Terrazzoboden? Ich weiß es nicht mehr genau; so gesprenkelt. (Ja, nennt man – der Tipper, der immer nachschauen muß.) Nachdem ich hier nicht allein sitze, sondern ein ansprechbares Gegenüber habe, mußte ich nach dem zweiten Cappuccino eine Schimpftirade über diesen besoffenen, blauen Autoalkpolitiker loslassen. Dann bremse ich mich mühsam wieder ein (weil generell Schimpftiraden bei seiner Frau nicht gut ankommen – der innere Spötter).

Summer in the city (nicht aus den Boxen, sondern in meinem Kopf; allerdings nur Bruchstücke der Melodie und der Titel) (von The Lovin’ Spoonful – der Tipper). Ich probiere Wortspiele mit Ventilator aus, komme jedoch auf nichts (was soll man mit Venti-la-Tor anfangen? Bringt sowohl mit das Tor als auch mit der Tor nichts. Und Lenti-Vator als hochgestochene Form von der Vater von Linz ist zu weit hergeholt und eindeutig sehr blöd. Und zu Lentivator müßte man sich auch erst eine Bedeutung ausdenken. Vielleicht Verlinzerer?).


(25.5.2026)


©Peter Alois Rumpf    Mai 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

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