Freitag, 3. April 2026

4407 Die Kupferröhre

 



12:03.  Die Sonne scheint und auf meinem Konto befindet sich schon die monatliche Pension, darum sitze ich in einem Café, aber drinnen, jedoch am Fenster mit Blick auf den nackten Schanigarten und die Leopoldsgasse. Die Passanten reflektieren einseitig das Sonnenlicht, besonders im Gesicht (da freut er sich über den kindischen Reim, der sich – das gebe ich zu – zufällig ergeben hat. Stabreime liebt er auch – der innere Spötter). Ich sitze mit überschlagenen Beinen etwas verdreht. Die Honorarnote für meine Psychotherapiestunden des Monats März habe ich bei der Zweigstelle der kranken Gesundheitskasse in der Lasallestraße schon eingeworfen und bin dann nach der sonnigen Wanderung den schönen, großzügigen und eigentlich prächtigen Boulevard hinauf (obwohl man es als Hinuntergehen zum Praterstern empfindet, aber die Donau befindet sich im Rücken) und weiter hierher hier eingekehrt. Einfallslos wie ich bin, nehme ich einen Schluck Wasser aus dem Wasserglas. Ich betrachte vor allem die drei großen Bilder an der Wand gegenüber (ich sitze mit Blickrichtung 343° N). Dann betrachte ich ein schönes, schlankes Kupferrohr an der Wand der Nische, in der in sitze, in dem – dem Kupferrohr – das Kabel zum Oberlichtenlüftungsventilator schön und gerade hinauf geleitet wird, an dessen – des Kupferrohrs – unterer Hälfte ein weiteres Kabel mittels Schlaufen außen angeheftet ist, das – das Kabel - von irgendsoeiner, für mich unverständlichen Schalterdose (drei verschiedene Schalter) nach oben in eine – wie heißt das? - Elektrodose in der Wand – ganz beim Kupferrohr, so, dass ein Kreissegment des Deckels sogar unter das Kupferrohr geraten ist – geführt wird, wo es – das Kabel – durch ein aus dem Deckel ausgeschnittenes, umgekehrtes, flächiges V darin verschwindet. Auf der anderen Seite der Kupferröhre befindet sich auch so eine bedeckelte Elektrodose, ebenfalls in die Wand eingelassen, deren ebenfalls kreisrunder Deckel nicht beschnitten ist. Ich mache ein Beweisfoto von der Kupferröhre und drehe mich dann auf meinem Sitz etwas weiter nach rechts auf Fenster, Straße und Sonnenlicht zu (Blickrichtung 33° NO). Vor innerem Vergnügen und wegen der noch kühlen Luft, die bei der offenen Tür hereinkommt, jagt mir ein angenehmer Schauder über den Rücken; trotzdem würde ich gern weinen können. Bald ist es irgendwie (ich habe Verständnis für deine innere Unaufgeräumtheit und Verwirrung, aber muß es immer irgendetwas mit irgend- sein? - der innere Spötter) … irgendwie Zeit, nach Hause zu gehen. Wenn mich die Kellnerin – ich habe sowohl den Kaffee als auch das Wasser schon ausgetrunken – frägete, ob ich noch etwas wünschete, antwortete ich: „Ja, Vollkommenheit!“ Da die aber hier nicht zu kaufen ist, „wünsche“ ich mir - sozusagen sekundär – bloß zu zahlen.


(3.4.2026)


©Peter Alois Rumpf   April 2026   peteraloisrumpf@gmail.com

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]

<< Startseite