Freitag, 27. März 2026

4400 Silbenuntersuchung

 



8:05 a.m.  Es regnet. Im Bett ist es warm und gemütlich. Ich habe das Rollo hochgezogen (ein wenig stolpere ich darüber, dass ich ja die Rollo sagen würde und auch nicht hochziehen, sondern raufziehen) und lasse das graue Licht in mein Zimmer und jetzt zähle ich die Silben der Vornamen in unserer Familie, vielleicht sagt das etwas aus. Zum Beispiel haben meine Töchter die selbe Silbenzahl und in der gleichen Altersreihenfolge wie meine Schwestern, sowohl in den Tauf-, als auch in den Kosenamen. Ganz ernst betreibe ich diese Untersuchung nicht. Ich lasse das auch schon fallen und horche lieber auf das angenehme Geräusch des Regens. Weil mir nichts einfällt, weite ich meine Silbenuntersuchung doch wieder aus, was interessanterweise bei mir ein ziemlich unangenehmes Gefühl erzeugt, vermutlich weil sich doch keine klaren Muster erkennen lassen, was ja unser (unser aller!) kindischer Geist schwer aushält.
Ich döse vor mich hin – ich liebe diesen Zustand und seine Wahrnehmungsverschiebungen – und empfinde meinen rechten Arm als rechts an die Wand gestützt, obwohl ich weiß, dass er ganz normal auf dem Notizbuch auf meiner Bettdecke vor mir aufliegt. „Also dein Vater! Was ist mit ihm?“ lasse ich (?) in meinem Geist eine mir vage erfasste Figur sagen und bin dann verwirrt, weil ich weder weiß, wer das gesagt haben soll, noch zu wem, noch welcher Vater gemeint ist.

Der Regen dürfte ein wenig nachgelassen haben, wenn ich die Geräusche richtig deute. Jetzt gerate ich in eine Krimiszene, aber genauso unklar und chaotisch wie alles. Irgendjemand sagt „dot, dot, dot!“ als ich mir gerade vorstelle, wie Norddeutschland wegen des steigenden Meeresspiegels versinkt und die Fische die untergegangenen Supermärkte plündern und im für sie (noch! Es geht ja schnell) ungewöhnlichen Ambiente ihre neuen Wohnplätze herrichten (ich hatte die Vision eines plötzlichen Anstiegs des Meeresspiegels, ohne ein Erklärung für die Plötzlichkeit vorbereitet zu haben. Irgendwas mit gleichzeitigen Hangrutschungen an den Küsten weltweit und plötzliches, allgemeines Eisschmelzen).

Jetzt plätschert es draußen wieder richtig. Frühstück? Dann lesen?


(26.3.2026)


©Peter Alois Rumpf   März 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]

<< Startseite