4404 Wortspiel
9:32 a.m. Das Wortspiel, das ich mir im Badezimmer beim Waschen meines verschlafenen Gesichtes (zuerst warm, dann kalt) ausgedacht habe, funktioniert nicht: Herr Provisor. Ich meinte eine männliche Person, dessen Leben und dessen Wohnräume immer nur provisorisch sind. (Außerdem gibt es diesen Begriff sowohl im kirchlichen, als auch im apothekischen Bereich, wie ich später beim Googeln herausgefunden habe.) Somit liegt kein Witz darin. Also werde ich ihn nicht in die Facebookgruppe Einwortgedichte, Wortspiele, selbst erfunden posten. Macht nichts. Es kann ja nicht jeder ausgedachte Witz zünden und geistreich sein. (vgl. Etymologie von Witz!)
Können wir jetzt zu einem anderen Thema kommen? Ja? Ja? Ja. Herrlich ist es um diese Zeit noch im warmen Bett zu hocken und Zeit fürs Lesen und eine bewegliche Gliederschreibtischlampe am Kastl daneben montiert zu haben, so dass ich sie je nach Bedarf herdrehen oder wegdrehen kann und höher oder niedriger stellen. Auch zum Schreiben ein idealer Arbeitsplatz. Und der Ausblick in meine kleine Kemenate ist wunderbar: die vielen bunten Bücher, die vielen bunten Kunstkarten an den Wänden, der Cedeturm, der überladene Schreibtisch vorm Fenster drüben, der Sessel mit dem abgelegten Gewand (weiß auf dunkelblau), das Hausaltärchen mit dem verstaubten Räucherzeugs und vieles, vieles mehr; dieser Anblick erfreut mein Herz, obwohl allem etwas Provisorisches anhaftet; oder gerade deswegen … jetzt werden mir die Gedanken zu kompliziert und schal, und ich verstehe nicht, warum ich mich an dieses provisorische Zimmer so klammere. Macht nichts. (Macht natürlich schon etwas – der innere Spötter.) Ich gebe (vorläufig?) diese Untersuchung auf und werde einfach im Buch ab Seite 332 weiterlesen.
(30.3.2026)
©Peter Alois Rumpf März 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]
<< Startseite