4342 Ganz einfach
1:02 a.m. Das ist ganz einfach: nach 27 kommt 28 (weil ich das Datum gesucht habe). Dann schaue ich auf das gelbe Fenster (gelb wegen des Rollos). Der schwarze Holzrabe dafür: schwingt er ganz leicht oder ist dies eine optische Täuschung? Um den schwarzen Holzraben bildet sich eine hellgelbe Aura, heller als das Rollo (mir passt das gar nicht, dass ich wegen der Korrektheit das Rollo schreibe, obwohl ich bei meinem Reden innen und außen – so wie es bei uns das Herkommen war – nur die Rollo verwende). Ich muß das nochmals im Österreichischen Wörterbuch nachschlagen (leider nein; auch das; ich wette, niemand in Österreich verwendet in seiner Umgangssprache dieses das). Aber gut, so fremd sind mir in der lauten Stillen Nacht die Regeln von Rechtschreibung und Grammatik.
Jetzt jedoch kommt die Müdigkeit noch deutlicher, aber ich will mich noch nicht zum Schlafen hinstrecken und hocke im Bett und weiß nicht warum. Warum hocke ich im Bett und blicke unaufmerksam in meinem kleinen Zimmer umher? Was suche ich? Suche ich etwas? Was soll mir noch einfallen? Was will ich noch erleben? Noch mehr vom Surren in den Ohren? Wollen meine Augen noch länger und mehr mein Zimmer mit all dem verstaubten Zeugs aufnehmen und irgendwo abspeichern? Um es im Jenseits nachzubauen? Dafür blicke ich viel zu schlampig, viel zu beliebig, viel zu unkonzentriert und viel zu ungenau. Mein Gähnen reißt mir mein Maul auf und meine Hände kratzen die Haut am Kopf und raufen nur so, ohne Groll, Zorn oder Trauer meine Haare, insoferne sie noch da sind.
(28.1.2026)
©Peter Alois Rumpf Jänner 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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