4245 Nein! Stopp!
18:25. Im Musikzimmer bei Weiler und Neuvalis. Links am Schreibtisch liegt das Handout für aktives Kniegelenkstraining bei Gonarthrose. Dort liegt es gut und lenkt mich nicht ab. Darunter noch ein kleiner Stapel weiterer Kunstkataloge. Mit Ehrfurcht und Trauer, auch ob des eigenen Verrats, lese ich im Katalog den exzellenten Artikel von Johannes Rauchenberger über Alois Neuhold/Neuvalis.
Jetzt blicke ich aus dem Fenster und seufze, schaue auf die erleuchteten Fenster und die dunklen Silhouetten (wie schreibt man das? Mußte nachschauen!) der Häuser gegenüber, mit dem falschen und zu kleinen Mond der im Fenster gespiegelten Deckenglühbirne und den durch die Spiegelungen entstellten Himmel. Eine Polizeisirene – glaub ich – ertönt kurz, aber wirkt etwas kraftlos und verhalten. Vielleicht braucht sie zu diesem Anlass nicht mehr. Das Licht meiner Tischlampe, die mich blendet, wenn ich den Kopf hebe, zittert und flimmert ein wenig und Schatten begleiten meine schreibende Hand. Ich bin ein Schriftsteller, hat die Therapeutin gesagt, und ich will es glauben. Ich weiß, eine blöde Frage (nein! Stopp! So hängst du dich nicht an die Bedeutung anderer! - der innere Zensor). (Und? Nachdem du im Erhabenen und Tiefgründigen herumgeblättert hast und müde geworden bist: ist wieder Zeit fürs wahnwitzige Internetsurfen? - der innere Spötter.)
(13.10.2025)
Peter Alois Rumpf Oktober 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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