4244 Geht mich nichts an
13:15. Schwarzspanier geht – glaub ich – auf irgendeinen Orden zurück. Viel studentische Jugend ist unterwegs und kichert im Café. Auf dem Dach des Eingangs zur zukünftigen U5-Station – glaub ich – steht ein Arbeiter, bückt sich und zieht Kabel oder Schläuche. In meinem Nacken pulsiert ein leichter Schmerz. Also Schmerz ist zu viel gesagt; es sticht ein wenig, aber in rhythmischen Abfolgen. Wieder vorbei. Ich wiege mein Haupt hin und her, um eventuelle Reste der Verspannung im Nacken zu vertreiben. Was sagt meine innere Stimme? Keine Ahnung; sie kommt nicht durch. Ein kalter Luftzug affiziert (danke Doderer) meinen Nacken (bist du sicher, dass aff-izieren nicht etwas anderes bedeutet? - der innere Spötter). Jetzt kommt der Luftzug von vorne und bläst mir ins Gesicht. Ständiger Rückfahralarm von der Baustelle. Es stinkt nach Zigarettenrauch. Die StudentInnengruppe hinter mir diskutiert kichernd und lachend über „-innen“. Ich sitze draußen. Jetzt arbeiten zwei Arbeiter am Flachdach der U-Bahnstation. Was genau sie machen, erschließt sich mir nicht. Werden die Dächer begrünt und sie verteilen Erde und gießen sie? Oder tragen sie etwas anderes auf? Teer zum Beispiel? Aber es stinkt nicht nach Teer. Die Uhrzeit! 13:36. Noch zwanzig Minuten. Es ist laut hier: Autoverkehr und Baustelle. Immer mehr Gäste rauchen immer mehr – ich sitze in einer stinkenden Wolke. Eine ethnische Asiatin sagt „steirisch“ und „steirische Weinstraße“, natürlich in ganzen Sätzen, die ich mir nicht dermerkt habe, wenn ich sie überhaupt verstanden habe. Wenn ich sie nicht verstanden habe, liegt es an meinem Gehör; sie spricht exzellentes, gehobenes Deutsch, vermutlich ist sie hier geboren und aufgewachsen (er wollte im deutschsprachigen Raum schreiben, aber dann hat sie ein bissi gesagt). Das geht mich ja alles nichts an!
(13.10.2025)
Peter Alois Rumpf Oktober 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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