4217 Große Lust
0:34 a.m. Mit geht’s hald (sic!) öfters so, dass ich große Lust habe, etwas zu schreiben, aber keine Idee da ist. So wie jetzt: ich lege mich nach all den notwendigen Abenderledigungen voll Vorfreude ins Bett, decke mich warm zu (ich habe nämlich das Fenster offen, obwohl es recht frisch ist), habe schon das große Licht abgedreht und drehe jetzt die Leselampe neben dem Bett auf, ziehe meine Beine an, lege das Notizbuch auf die Oberschenkel, notiere Datum und Uhrzeit (die ich zuerst am Handy nachschauen muß) und warte auf eine Eingebung. Dabei schaue ich mich schon im Zimmer um, ob mich irgendetwas anspringt, und fühle und horche in mich hinein, ob sich irgendetwas bemerkbar macht, achte so gut es geht auf meinen Gedankenstrom, die daherkommenden Bilder und auf meinen inneren Monolog, ob sich da etwas aufdrängt oder zeigt.
Das erste, was mir meistens auffällt, wenn keine Idee kommt, ist, wie laut diese Stille hier ist. Es ist eine schrille Stille. Erschwerend kommt hinzu, dass ich schon eine Art Zensur ausübe; nicht alles, was mir so in den Sinn kommt oder durch den Kopf geht, bin ich bereit, aufzuschreiben und zu veröffentlichen. Manchmal traue ich mich nicht, manchmal halte ich es für zu blöd, manchmal für inakzeptabel, manchmal für viel zu uninteressant (dabei hast du, was Letzteres betrifft, eine sehr große Toleranz – der innere Spötter).
(25.9.2025)
Peter Alois Rumpf September 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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